Gemeinsam auf der Insel

dzKommentar zur Hochschule

Das Miteinander auf engstem Raum in der Insellage von Massen-Nord könnte kaum schwieriger sein. Aber es geht nicht anders. Ein Kommentar.

Massen

, 03.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine noch junge Privatuni will sich in der dichten nordrhein-westfälischen Hochschullandschaft am Markt behaupten und Schulabsolventen aus zahlungskräftigen Familien vom Standort Unna-Massen überzeugen.

Eine Straße weiter kommen Menschen an, die vor Krieg und Vertreibung geflohen sind. Sie stammen aus unterschiedlichen Kulturen und sind obendrein dazu verdammt, zwischen Behördengängen in Massen-Nord Zeit totzuschlagen. Und Langeweile ist immer eine schlechte Grundlage, das gilt nicht nur für Flüchtlinge. Und dann wohnen rundherum ja auch noch Leute. Anwohner beobachten die Entwicklungen jenseits ihrer Gartenzäune und fühlen sich nicht immer wahrgenommen – kein neues Phänomen.

Stadt, Hochschule, Flüchtlingsbehörden und Anwohner: Allen muss klar sein, dass sie eine Schicksalsgemeinschaft bilden. Sollte die Hochschule am Standort Unna wegen zu geringer Studierendenzahlen und/oder mangels Entwicklungschancen scheitern, wäre das ein Desaster für die Stadt. In neue Einrichtungen für die Flüchtlingsaufnahme wurde aber auch Geld investiert. Land und Bezirksregierung werden wohl alles daran setzen, dass sie in Massen-Nord auch nach 2024 vertreten bleiben. Das Miteinander der verschiedenen Personengruppen und Einrichtungen muss also funktionieren, wenn sich keine zurückzieht. Dass alle Institutionen die Zukunft gemeinsam planen, ist also ein guter und wichtiger Weg.

Es bleibt ein schwieriger Entwicklungsprozess in Massen-Nord. Es bleibt aber auch ein Lernprozess, wie der aktuelle Fall zeigt. Es ist legitim für ein Privatunternehmen, sein Gelände vor unerwünschter Benutzung und Vermüllung zu schützen. Wenn Bürger aber den Eindruck haben, dass ihnen Wege und Straßen in ihrem Umfeld verwehrt werden, dann läuft etwas falsch mit der Kommunikation.

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