Geld und Köpfe sollen Unnas Schulen bei der Inklusion helfen

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Die Last der Inklusion tragen in Unna vor allem die Gesamtschulen. Das Land NRW will mit Geld und neuen Stellen helfen. Doch die Umsetzung dürfte alles andere als leicht werden.

Unna

, 03.12.2019, 12:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Inklusion ist eine große Herausforderung an allen Schulen: In der Sekundarstufe – also ab Klasse 5 – sind es vor allem die Gesamtschulen, die die Last tragen, das ist in Unna nicht anders als in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens. Im Rahmen eines schulpolitischen „Hearings“ griff die Unnaer FDP das Thema nun in ihrer neuen Geschäftsstelle auf.

Mit ihrer schulpolitischen Sprecherin im NRW-Landtag hatten die Freien Demokraten eine kompetente Ansprechpartnerin zu Gast. Franziska Müller-Rech beleuchtete das Thema aus Landessicht und machte Hoffnung. Das Land stelle nicht nur mehr finanzielle Mittel bereit, sondern schaffe auch 6000 neue Stellen für Lehrpersonal (inklusive Sozialpädagogen) an den Schulen des gemeinsamen Lernens.

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Das klingt gut, fehlt es doch auch an den Unnaer Gesamtschulen nicht nur an Personal, sondern auch an Raum für qualifizierten Unterricht. Das machte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beim Hearing deutlich. Große Klassen und fehlende Möglichkeiten, Kinder etwa an Lerninseln zu fördern, erschwerten die Arbeit an den Schulen.

Das weiß auch Müller-Rech, doch sie kennt auch die Probleme. Das Land NRW, das für die personelle Ausstattung der Schulen zuständig ist, hat große Probleme, die 6000 Stellen überhaupt zu besetzen. Und den Schulträgern – etwa der Stadt Unna – fehlen Planer und Handwerker, um das bereitgestellte Geld „auf die Straße zu bringen“.

Geld und Köpfe sollen Unnas Schulen bei der Inklusion helfen

Die Schulpolitik war Thema beim Hearing der FDP. Der Moderator und stellv. Vorsitzende des FDP-Stadtverbandes Jochen Hartlieb (l.) freute sich mit der heimischen Landtagsabgeordneten Susanne Schneider (2.v.l.) und Stadtverbandschef Sven Albert (r.), dass die schulpolitische Sprecherin der FDP im Landtag NRW, Franziska Müller-Rech (2.v.r.), in Unna informierte. © Dirk Becker

Müller-Rech lobte ausdrücklich die Inklusionsarbeit an den Schulen des gemeinsamen Lernens. Warum es Aufgabe der Gesamtschulen sei, die Inklusion zu betreiben, während Gymnasien davon in der Regel ausgenommen seien, ist eine immer wiederkehrende Frage. Die Antwort der Landespolitikerin: „Weil sie es am besten können.“

Auch ihr Wunsch sei es, langfristig kleinere Klassen zu schaffen. Kurzfristig sei das aber nicht realistisch, wollte Müller-Rech keine Versprechungen machen, die nicht einzuhalten sind.

Die FDP-Politikerin bedauerte, dass Inklusion zu oft als Belastung und zu selten als Chance begriffen werde. Gleichzeitig machte sie aber auch deutlich, dass sie auch zu den Förderschulen stehe: „Dafür setze ich mich vehement ein.“

Eltern sollten die größtmöglichen Wahloptionen haben, wenn es darum gehe, welche Schule ihre Kinder besuchen sollten. Dies könne aber nicht bedeuten, dass es eine ganz freie Wahl der Schule geben.

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