Enge Gehwege, parkende Autos: Die Gelbe Tonne bereitet Unna Kopfzerbrechen

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Mit den Neuerungen bei der Gelben Tonne sind viele Unnaer unglücklich. Mancherorts sei es gar nicht möglich, die Gefäße passend für die neuen Seitenladerfahrzeuge aufzustellen.

Unna

, 28.01.2020, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Einführung der neuen Seitenladerfahrzeuge für die Abfuhr der Wertstofftonne löst bei vielen Unnaern Verstimmung aus. Dabei geht es um die schwierige Umsetzung der neuen Stellordnung für die Gelbe Tonne, aber auch um die Informationsstrategie der GWA.

Was von der kreiseigenen Abfallgesellschaft wohl eher als Bitte um Mithilfe gedacht war, kommt zumindest bei einigen Unnaern als unberechtigte Kritik an. „Da werden die Unnaer für etwas gerügt, was die GWA versäumt hat“, heißt es etwa in einer Zuschrift an unsere Redaktion. Denn dass die Gelben Tonnen nun paarweise mit der offenen Seite zur Straße gestellt werden sollen, haben viele Unnaer offenbar erst durch unsere Berichterstattung aus der vergangenen Woche erfahren, als das Jahr schon über drei Wochen alt war.

[24.01 16:07] Sauerland, Leonie

Seit Jahresbeginn setzt die GWA für die Abholung der Gelben Tonne Fahrzeuge mit Seitenladertechnik ein. Sie funktioniert nur dann einwandfrei, wenn die Abfallgefäße entsprechend aufgestellt sind. In der vergangenen Woche stellte die Tochtergesellschaft GWA Kommunal fest, dass dies in Unna bei mehr als der Hälfte der Tonnen nicht geschehe. Daher entschloss man sich zu weiteren Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit.

Die erste Information hat viele Unnaer nicht erreicht

Dass die ursprüngliche Information dürftig ausgefallen sei, merken sogar Unnaer an, die jene Information tatsächlich wahrgenommen hatten. Zugestellt wurde sie den Unnaern mit dem Abfallkalender. Der Hinweis auf die Neuerungen findet sich dort auf Seite 8 des Nachschlagwerkes, immerhin mit zwei Grafiken, wie die Tonne aufgestellt oder besser nicht aufgestellt werden sollte. Dass die Tonnen in der Grafik graue Deckel haben wie die Tonnen für den Restmüll, merkte ein anderer Leser gegenüber unserer Redaktion kritisch an.

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Erschwerend scheint eine Panne hinzugekommen zu sein, die gar nicht bei der GWA entstanden ist. Wie ein Leser gegenüber unserer Redaktion schilderte, seien bei ihm und in der Nachbarschaft gar keine Abfallkalender angekommen. Er selbst habe sich daher die digitale Fassung von der Internetseite der Stadtbetriebe heruntergeladen, vermutet aber, dass nicht jeder Unnaer von dieser Alternative wisse. Die Stadtbetriebe räumen ein, dass es bei der Zustellung durchaus Lücken gegeben habe, die aber wie in allen vorherigen Jahren durch Nachlieferungen geschlossen worden seien, wenn Bürger sich gemeldet haben.

Mancherorts lässt sich die Tonne gar nicht richtig aufstellen

Losgelöst von dem Ärger über die Kommunikationsstrategie der GWA bereitet manchen Unnaern aber auch die technische Umstellung an sich Kopfzerbrechen. Nicht überall ließen sich die Tonnen in der gewünschten Aufstellung platzieren, ohne dass dies neue Probleme auslöst, erklärten mehrere Hinweisgeber gegenüber unserer Redaktion.

In Teilen der Stadt etwa seien die Gehwege zu schmal, als dass Kinder auf dem Fahrrad, Familien mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollator noch durchkämen, wenn die Tonnen darauf platziert werden. Bislang konnten an entsprechenden Straßenzügen die Tonnen auch jenseits des Gehwegs in einer Einfahrt platziert werden. Der Greifer des Seitenladerfahrzeugs aber reicht offenbar nur einen Meter weit.

Enge Gehwege, parkende Autos: Die Gelbe Tonne bereitet Unna Kopfzerbrechen

Die korrekte Aufstellung ermöglicht den effizienten Einsatz des Seitenladers, verhindert aber wie hier in Billmerich oft auch die Nutzung des Bürgersteigs durch Fußgänger und radfahrende Kinder. © Marcel Drawe

Probleme gibt es überdies auch dort, wo links von der Bordsteinkante noch Autos parken. Mancherorts seien die Gehwege viel zu stark beschädigt, als dass eine Abfalltonne dort gerade stehen würde. Ältere Bürger drückten Probleme beim Rangieren der großen Abfallbehälter aus.

Die GWA betont, dass örtliche Gegebenheiten immer eine Rolle spielen und die Abfuhr dies berücksichtige. Dass für einige Quartiere der Seitenlader gar nicht eingesetzt werden könne, hatte GWA-Kommunal-Prokurist Thomas Baader schon in der vergangenen Woche eingeräumt. Für den Bürger hat Unternehmenssprecher Andreas Hellmich einen alltagsnahen Tipp parat: Die Tonnen künftig so aufstellen, wie sie von den Abfuhrkräften bei der zurückliegenden Leerung wieder hingestellt worden waren.

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