Die A44 zwischen Holzwickede und Unna: Auf der linken Spur ist das vorausfahrende Fahrzeug, dank der eingeschalteten Beleuchtung, gut zu erkennen. Auf der rechten Spur fährt ein Pkw, der durch mangelnde Beleuchtung nur schlecht sichtbar ist. © privat
Straßenverkehr in Unna

Gefahr bei schlechter Sicht: Viele Autos mit defektem Licht unterwegs

Besonders in der dunklen Jahreszeit und bei widrigen Witterungsbedingungen ist eine funktionierende Beleuchtung am Auto auch eine Lebensversicherung. Viele sind aber mit defekten Leuchten unterwegs.

Mit leichten Schneefall schickt der Winter pünktlich am Montag nach dem ersten Advent einen Gruß an die Autofahrer der Region. Die Kreispolizeibehörde hatte zwar bis zum Mittag keine witterungsbedingten Unfälle zu melden, doch aber einige wertvolle Hinweise. Wer jetzt noch die Sommerreifen drauf hat, muss rasch handeln. Dabei sollten sich Fahrzeughalter auch gleich noch ein paar weitere Punkte mit auf die „Zu erledigen Liste“ schreiben, die zudem nicht nur im Winter relevant sind. Einer davon ist die Beleuchtung. Mehr als jeder vierte Privat-Pkw ist mit mangelhafter Beleuchtung unterwegs, hat jetzt der „Licht-Test 21“ ergeben.

Montagmorgen kurz vor 9 Uhr auf der A44 Fahrtrichtung Kassel zwischen Holzwickede und Unna: Auf der linken Spur ein dunkler Golf, der dank eingeschalteter Beleuchtung auch im leichten Schneetreiben und aufspritzender Gischt gut zu sehen ist. Anders verhält sich das bei dem Pkw auf der rechten Spur – hinten völlig dunkel – wesentlich schlechter zu sehen, obwohl schon näher als der Golf, dessen Rückleuchten gut sichtbar durch den Wasserschleier scheinen.

Vorne ist das Fahrzeug mit dem Abblendlicht voll beleuchtet, die rückwärtige Beleuchtung hingegen ist somit offenbar defekt. © privat © privat

Vielleicht nur das Tagfahrlicht an? Nein. Nach dem Überholen wird deutlich: Das Abblendlicht des Autos auf der rechten Spur ist voll eingeschaltet, es muss sich also um einen Totalausfall der hinteren Beleuchtungsanlage handeln. Wenn es bei dieser Witterung noch dunkel wird, ist der Pkw so gut wie unsichtbar. Dass Defekte der hinteren Beleuchtung nicht so rasch bemerkt werden, wie etwa ein kaputtes Abblendlicht liegt in der Natur der Sache. Dennoch ist der Fahrzeugführer dafür genauso verantwortlich, wie für das Licht vorneheraus.

Fahrer ist für die Verkehrssicherheit seines Fahrzeugs verantwortlich

Vera Howanietz erklärt: „Jeder Fahrzeugführer hat sich vor Fahrtantritt von der Verkehrssicherheit des Kraftfahrzeugs zu überzeugen. Das gilt für die Beleuchtung aber zum Beispiel auch für die Bereifung.“ Die Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna weist darauf hin: „Das Fahren mit defekter Beleuchtung kostet in der Regel ein Verwarngeld von 20 Euro. Es sei denn, es kommt eine Gefährdung hinzu. Wenn zum Beispiel das Abblendlicht überhaupt nicht funktioniert, dann sind wir bei 60 Euro und einem Punkt.“

Es geht dabei natürlich nicht nur darum, einer Strafe zu entgehen, sondern ganz konkret um die eigene Sicherheit. Wer im Dunkeln bei ohnehin schlechter Sicht gänzlich ohne Rücklicht unterwegs ist, wird natürlich von anderen Verkehrsteilnehmern schneller übersehen, wessen Abblendlicht defekt ist, der sieht selbst schlechter.

Lichttest in der Supermarktscheibe

Also einsteigen, Licht einschalten, Warnblinklicht an, wieder aussteigen und einmal ums Auto herumgehen, damit ist man auf der sicheren Seite. Einzig das Bremslicht ist alleine schlecht zu testen, das geht am besten beim Einkaufen. Viele Supermärkte haben große Glasscheiben, vor denen auch Parkplätze sind, wenn man dort rückwärts einparkt, kann man in der Spiegelung ganz alleine alle Lichter überprüfen und muss nicht mal aussteigen. Gute Fahrt.

Über den Autor
1982 in Dortmund geboren. Abi in Holzwickede, Journalistik-Studium wieder in Dortmund. Seit 2013 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Freut sich über die spannende Herausforderung, den Wandel eines Traditionsverlags hin zu einem modernen, familiengeführten Multimedia-Unternehmen zu begleiten.
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Christoph Schmidt

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