Lebensgefahr ignoriert: Unbekannte zerstören Zäune am Regenrückhaltebecken zum zweiten Mal

dzVandalismus

Das Einzäunen eines Regenrückhaltebeckens in Massen wird für die Stadt Unna zur Sisyphusaufgabe. Unbekannte reißen mehrfach Zäune ein. Jetzt droht die Stadt mit einer Vollsperrung.

Massen

, 06.03.2020, 10:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neue Zäune am Regenrückhaltebecken zwischen Unna und Massen hatten die städtischen Verantwortlichen als Kompromiss verstanden: Spaziergänger sollten aus einer Gefahrenzone herausgehalten werden, trotzdem aber noch im Grünen herumlaufen können. Bald können sie das wahrscheinlich nicht mehr: Wiederholter Vandalismus wird womöglich drastischere Maßnahmen zur Folge haben.

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Die Anlage, auf der sich die Stadtbetriebe und unbekannte Zerstörer einen Kleinkrieg liefern, liegt zwischen Unna und Massen, zwischen der Königsborner Straße und dem Schanzengraben. Es ist ein lang gezogenes, begrüntes Becken neben der Autobahn 1, das im Fall starken Regens große Wassermengen vor allem von den versiegelten Flächen aus dem Gewerbegebiet Büddenberg aufnimmt.

Viel Wasser in kurzer Zeit: Dieses Bild zeigt den Zustand im Regenrückhaltebecken kurz nach dem Sturm „Sabine“ im Februar.

Viel Wasser in kurzer Zeit: Dieses Bild zeigt den Zustand im Regenrückhaltebecken kurz nach dem Sturm „Sabine“ im Februar. © Stadt Unna

Beliebt für Freizeitnutzung

Das Areal ist offenbar auch beliebt bei Menschen, die es in der Freizeit nutzen. Mitarbeiter der Stadtbetriebe hatten in der Vergangenheit sogar schon Reste von Zelten aus der Anlage geholt. Sich in den Mulden direkt aufzuhalten gilt als riskant: Wenn Wasser in das Becken strömt, geschieht es schnell und ohne Vorankündigung. Bis zu sieben Tonnen Wasser pro Sekunde ordnen die Verantwortlichen als potenziell lebensgefährlich ein. Aus diesem Grund hatten die Stadtbetriebe Ende vergangenen Jahres Zäune entlang des Beckens errichten lassen.

Olaf Komp von den Stadtbetrieben wies Ende 2019 auf die Lebensgefahr am Regenrückhaltebecken hin. Dennoch blieb der Betriebsweg bisher für Spaziergänger offen.

Olaf Komp von den Stadtbetrieben wies Ende 2019 auf die Lebensgefahr am Regenrückhaltebecken hin. Dennoch blieb der Betriebsweg bisher für Spaziergänger offen. © Raulf

Stadt sperrt Öffentlichkeit bisher nicht ganz aus

Den Wirtschaftsweg allerdings ließen sie offen, damit Spaziergänger ihn weiterhin nutzen können. Mit einer Einschränkung: Ein Zaun am Ende des Wegs macht ihn zu einer Sackgasse. Das ist einer oder mehreren Personen offenbar ein Dorn im Auge. Schon zum zweiten Mal innerhalb von von rund zehn Wochen sei der Zaun stark beschädigt worden, berichtete nun Stadtsprecher Christoph Ueberfeld.

Drähte zerschnitten

Die Zerstörung muss mit Aufwand verbunden gewesen sein, auch mit Werkzeug: Spanndrähte seien zerschnitten und Zaunpfähle aus dem Boden gelöst worden, berichtet Ueberfeld. Auch der Massener Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht hat sich ein Bild von den Zerstörungen vor Ort gemacht und sein Unverständnis darüber geäußert.

Die Schadenshöhe liege inzwischen im vierstelligen Euro-Bereich. Frank Peters, Betriebsleiter der Stadtbetriebe, kündigte nun eine erneute Reparatur der Zäune an, die dritte seit Dezember. Die Stadtbetriebe betonen, dass der Zaun der Sicherheit der Bürger diene. Sollte er erneut beschädigt werden, dann werde der Betriebsweg „umgehend und dauerhaft“ für die Öffentlichkeit geschlossen.

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