Parfums gestohlen – dafür geht es nun neun Monate ins Gefängnis

dzJustiz

Mit einer Tasche voller Parfums auf Flucht durch die Innenstadt – so hat ein Diebstahl bei Douglas für Aufsehen gesorgt. Die Täter hatten guten Grund, davonzulaufen, wie ein ähnlicher Fall vor Gericht zeigt.

von Sylvia Mönnig

Unna

, 10.01.2020, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein größerer Parfüm-Diebstahl in Unna sollte einem Lüdenscheider (43) und seinem Bekannten Geld für Drogen bescheren. Das Duo wurde erwischt. Im Prozess vor dem Amtsgericht bestritt der Mann nun seine Tatbeteiligung.

Erfolglos.

Am 26. Februar des vergangenen Jahres verschlug es den 43-Jährigen aus dem Sauerland und seinen gesondert verfolgten Freund aus Hagen nach Unna. Beide Männer konsumierten Drogen, beide benötigten Nachschub. Bei Rossmann an der Bahnhofstraße, so der Vorwurf, schlugen sie zu. Während der Angeklagte Schmiere stand, steckte sein Begleiter 16 Flaschen Parfüm unterschiedlichster Marken im Gesamtwert von rund 500 Euro in eine Plastiktüte.

Das Vorgehen ähnelt sehr dem der Täter bei einem aktuellen Fall in der nahen Douglas-Filiale. Mit einem wichtigen Unterschied.

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Die Täter bei Rossmann kamen nicht weit mit ihrer Beute. Vor der Tür wurden sie von einem Ladendetektiv und der Polizei im Empfang genommen.

Täter beteuert seine Unschuld, doch der Komplize entlarvt ihn

„Ich habe nichts gemacht. Ich sage gar nichts“, erklärte der Lüdenscheider nun in seiner Verhandlung vor dem Schöffengericht. Und bei der Haltung blieb er, fügte nur später noch hinzu, dass er sich nicht schuldig fühle und nicht einsehe, verurteilt zu werden.

Doch bereits die Befragung des gesondert verfolgten Bekannten diente mitnichten der Entlastung des Angeklagten mit unzähligen einschlägigen Vorstrafen und mehrfacher Hafterfahrung. Sie hätten sich an dem Tag getroffen, um Geld zu machen und zu konsumieren, so der 42-jährige Hagener.

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Vor der Drogerie habe er selbst zu dem Angeklagten gesagt, dass er reingehe, etwas versuche und der andere gerne draußen warten könne. Der Lüdenscheider sei ihm aber mit etwas Verzögerung gefolgt und das, so seine Meinung, um ihn zu decken. Das Geld hätten sie ohnehin geteilt. Und auch der Detektiv war sich im Zeugenstand sicher: „Für mich sah das so aus, als würde er Schmiere stehen.“

„Natürlich haben sie da mitgewirkt“, betonte der Schöffenrichter schließlich. Es gebe keine Zweifel an der Mittäterschaft des Angeklagten. Für den endete das Ganze bitter: Unter Einbeziehung einer älteren Strafe wurde er zu neun Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

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