Gefällte Buchen am Waldstadion Billmerich: Natur wird zunächst sich selbst überlassen

dzMit Video und Fotogalerie: Kahlschlag

Die knapp 80 Buchen, die am Waldstadion Billmerich aus Verkehrssicherheitsgründen gefällt werden mussten, werden zunächst nicht ersetzt. Die Natur soll sich die Fläche zurückerobern.

Billmerich

, 07.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine kahle Fläche, übersät mit Baumstümpfen, am Rand gestapelte Baumstämme und vor allem viel Matsch: Das, was einst ein Buchenwald mit fast 100 Jahre alten Bäumen war, gleicht heute einer Brachfläche. Die knapp 80 Buchen am Waldstadion Billmerich, die wegen akuter Sicherheitsgefahr gefällt werden mussten, sind Geschichte. Ihre Fläche soll nun zunächst die Natur „bearbeiten“.

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Es war eine Hiobsbotschaft, mit der Revierförster Matthias Müller Ende November das Umweltamt der Stadt Unna überraschte: Anders als zunächst angenommen, waren rund 80 Buchen auf einer städtischen Fläche am Waldstadion nicht mehr zu retten. Die Schäden an den Bäumen waren nach zwei Trockensommern so groß, dass sie ein akutes Sicherheitsrisiko für Spaziergänger, Anwohner und Nutzer des Waldstadions darstellten.

Kurz vor Weihnachten wurden die 80 Bäume gefällt; ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen, da der Platz in dem Bereich zwischen Waldstadion und den Häusern an der Waldstraße sehr eng bemessen ist – zumindest, wenn man im Durchschnitt 35 Meter hohe Bäume fällen will.

Jetzt liegen die Stämme der Buchen gestapelt auf der Fläche. Wann sie abtransportiert werden, hängt vom Wetter ab. Aktuell ist der Boden zu feucht: In dem Matsch würden die schweren Geräte der Waldarbeiter einen zu großen Schaden anrichten, wenn sie die Baumstämme jetzt aus dem Wald holten.

Sind die Baumstämme abtransportiert, ist die Natur am Zuge: Die Fläche wird zunächst sich selbst überlassen, wie Stadtsprecher Christoph Ueberfeld auf Anfrage unserer Redaktion sagt: „Wir warten jetzt erst mal ab, was dort von alleine wächst.“ Ob zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle wieder aufgeforstet wird, sei derzeit noch nicht klar.

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Das Waldstadion in Billmerich nach dem Kahlschlag

Knapp 80 Buchen wurden kurz vor Weihnachten 2019 am Waldstadion gefällt. Damit hat sich die Szenerie dort völlig verändert.
06.01.2020
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Von den 80 Buchen sind nur noch die Stämme übrig.© Anna Gemünd
Sie liegen gestapelt neben dem Waldstadion.© Anna Gemünd
Erst wenn der Boden weniger matschig ist, können die Waldarbeiter das schwere Holz aus dem Wald transportieren.© Anna Gemünd
Hier ist gut zu erkennen, warum die Bäume gefällt werden mussten: Der Buchenstamm ist von einem Pilz befallen.© Anna Gemünd
Durch die Fällungen ist eine Freifläche entstanden.© Anna Gemünd
Hinter den gefällten Bäumen sind die Häuser an der Waldstraße jetzt gut zu erkennen.© Anna Gemünd
Auch von der Waldstraße aus wird die Lücke im Baumbestand sofort sichtbar.© Anna Gemünd
Nur einige wenige Bäume konnten in dem Bereich stehen bleiben.© Anna Gemünd

Billmerichs Ortsvorsteher Bernhard Albers sieht auf der Fläche genug Potenzial für einen neuen Baum- und Strauchbestand: „Da ist genügend Samenpotenzial im Boden, das jetzt eine Chance hat, wenn zum ersten Mal das Sonnenlicht ungehindert darauf fallen kann.“ Erfahrungsgemäß gehe es sehr schnell, dass gerodete Waldflächen sich selbst renaturieren – das wäre vielleicht auch im Sinne einiger Anwohner der Waldstraße, die Befürchtungen äußerten, durch die fehlenden Bäume würden die Geräusche vom Spielbetrieb im Waldstadion nun leichter transportiert.

„Schön wäre jetzt Frost, dann wird der Boden hart und dann können die Baumstämme schnell aus der Fläche raus“, hofft Albers, „denn das Bild dort hat sich durch die Fällungen schon massiv verändert.“

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