Buntes Zeichen der Hoffnung: Der Garten „Mille fiori“ erwacht aus dem Winterschlaf

dzKunst

Ein Jahr ist es her, dass Frauke und Dietmar Nowodworski mitten in Unnas Innenstadt ein kleines Juwel erschufen. Der Garten „Mille fiori“ verwandelte eine Brachfläche in eine Blütenwiese.

Unna

, 24.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie schön selbst eine einstige Brachfläche, die in erster Linie als Hundeklo benutzt wurde, plötzlich werden kann, wenn sich ein kreatives Künstlerduo ihrer annimmt, das bewiesen Frauke und Dietmar Nowodworski im April 2019 an der Wilhelm-Sternfeld-Gasse. Aus dem verwahrlosten Hochbeet wurde ein „Garten der tausend Blüten“, der „Mille fiori“.

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Ein Jahr später zeigen sich die erste Frühblüher in dem Garten - und das Künstlerpaar sich angesichts der aktuellen Corona-Krise nachdenklich. Als sie Ende März 2019 das Projekt „Mille fiori“ starteten, waren Umwelt und Insektensterben die Topthemen in den Medien: „Waren wir alle ignorant ? Hat uns zum heutigen Zeitpunkt diese Message eingeholt?“, fragen sich die beiden Künstler.

So sah die Wiese im Frühjahr 2019 aus, bevor das Künstlerpaar Nowodworski daraus den Garten „Mille fiori“ machte.

So sah die Wiese im Frühjahr 2019 aus, bevor das Künstlerpaar Nowodworski daraus den Garten „Mille fiori“ machte. © Nowodworski

„Geben wir der Natur Zeit zum Durchatmen und gedeihen.“
Frauke und Dietmar Nowodworski

Vor einem Jahr bereinigten sie die Brachfläche, schütteten Erde auf und begannen zu pflanzen. Passanten blieben stehen, diskutierten, zweifelten und doch interessierten sie sich. „Langsam entwickelte sich dieses Grundstück zu einem Gemeinschaftsprojekt der Bürger unserer Stadt. Sie spendeten Pflanzen, brachten Ableger aus ihren Gärten und freuten sich, wie der Garten Mille Fiori seinem Namen alle Ehre machte“, erinnern sich Frauke und Dietmar Nowodworski.

Damit ging ihre Idee auf: Sie wollten mit „Mille Fiori“ nicht nur umwelttechnisch etwas bewirken, sondern auch einen Ort des Zusammentreffens und der Kommunikation schaffen. „Dies scheint gelungen zu sein, die Pflanzen und Blumen gediehen und die Bevölkerung erfreute sich gerade im vergangenen heißen Sommer dieser Ruheoase inmitten ihrer Stadt“, zieht das Künstlerpaar Bilanz.

Die Figur „Mother Earth is watching“ im Garten „Mille fiori“.

Die Figur „Mother Earth is watching“ im Garten „Mille fiori“. © Nowodworski

Im August 2019 gesellten sich dann auch die Skulpturen des Künstlerpaares zur Vegetation. Recht markant die Skulptur „Mother earth is watching.“ Ein Globus, über dem eine Kamera mit integriertem Auge schwebt. „Vielleicht ein Hinweis, dass wir Menschen beobachtet werden und die Natur ignoriert haben?“, so die Nowodworskis. Für sie sollte die Skulptur in erster Linie ein Appell an den Klimawandel sein.

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Noch so eine zweideutige Skulptur: Aus der Baumkrone schwebt ein Vogelkäfig. Die Vögel sitzen auf dem Käfig, sind also vogelfrei und schauen auf die Menschen herab. Unter heutigem Aspekt sind die Menschen, nicht die Vögel, die Gefangenen.

Ein weiteres Kunstobjekt im Garten „Mille fiori“: Ein goldener Vogel thront majestätisch auf einer roten Kugel.

Ein weiteres Kunstobjekt im Garten „Mille fiori“: Ein goldener Vogel thront majestätisch auf einer roten Kugel. © Nowodworski

Eine weitere Skulptur, ein Kopf mit Augen aus dem das Grün wie ein Haarschopf herauswächst. Auch diese Augen beobachten, wie ein Wächter der Natur.

Ein goldener Vogel thront majestätisch auf einer roten Kugel, erhaben über seinem Territorium, dem Garten „Mille Fiori“.

Die Stadtoase hat Herbst und Winter gut überstanden. Erste Frühblüher, wie Winterlinge und Schneeglöckchen haben ihr Kleid bereits abgelegt. Die Frühjahrssonne hilft dabei, dass es fast täglich neue bunte Farbtupfer und Überraschungen gibt.

Die „Naschecke“ war im ersten Jahr des Gartens „Mille fiori“ schon sehr beliebt.

Die „Naschecke“ war im ersten Jahr des Gartens „Mille fiori“ schon sehr beliebt. © Nowodworski

Der derzeitigen Situation ist es geschuldet, dass diese positive Entwicklung nicht für jeden sichtbar ist. „Wir bedauern, dass wir aufgrund der täglich neuen Empfehlungen der NRW-Landesregierung das Sitzmobiliar reduzieren mussten“, so die Künstler, „im Rahmen der aktuellen Situation respektieren wir das ‚Social Distancing‘ zum Wohle aller.“ Sie hoffen nun auf einen Sommer mit positiven Umständen. „Bis dahin üben wir uns in Geduld. Geben wir der Natur Zeit zum Durchatmen und gedeihen.“

Mehr Infos zum Garten „Mille Fiori“ unter: www.nowodworski.de
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