Unnas Fußgängerzone als fröhliches Spiel verschiedener Graustufen

dzInnenstadt

Für den Neubau der Fußgängerzone muss Unna jetzt Details festlegen, die sehr wesentlich die optische Wirkung bestimmen werden. Zu diesen Details gehört die Auswahl von Farben – oder von Nicht-Farben.

Unna

, 19.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Planung einer neuen Fußgängerzone ist ein Projekt, das in mehreren Stufen weiter und weiter verfeinert wird. Ist die Grundordnung der Massener Straße mit vier „Bändern“ seit langem bekannt und für die Oberflächen ein Belag aus ebenmäßigen Betonsteinen gesetzt, so bleiben andere Fragen bis kurz vor der Ausschreibung der Arbeiten offen.

Dazu gehört, in welchen Farben die neuen Pflastersteine geliefert, welche Bäume gepflanzt und welche Spielgeräte in die dafür reservierten Flächen eingebaut werden sollen.

Nun legt die Stadt ein Konzept vor, das von dem zuständigen politischen Gremium am 26. Februar beraten und verabschiedet werden soll. Es beruht auf Vorberatungen des Arbeitskreises Fußgängerzone. Er tagt ohne Beteiligung der Bürger hinter verschlossenen Türen. Und was er nun empfiehlt, ist in einigen Punkten doch überraschend.

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Ein wesentliches Gestaltungselement ist vermutlich die Farbe der Bodenbeläge. In dieser Hinsicht wird sich die Fußgängerzone in den Abschnitten von Massener Straße und Hertingerstraße deutlich verändern. Streng nach Definition soll Unna die Farbe nämlich abwählen, um auf Nicht-Farben zu setzen. Eine Auswahl von Graustufen prägt die neuen Bodenbeläge und manches mehr.

Dieser Auszug aus dem Papier für Unnas Entscheidungsträger in der Politik ordnet die Materialien einer Probebepflasterung ihrem späteren Einsatz auf den einzelnen Bändern der Massener Straße zu. Das Mittelgrau (im oberen Bild vorne) findet keine Verwendung.

Dieser Auszug aus dem Papier für Unnas Entscheidungsträger in der Politik ordnet die Materialien einer Probebepflasterung ihrem späteren Einsatz auf den einzelnen Bändern der Massener Straße zu. Das Mittelgrau (im oberen Bild vorne) findet keine Verwendung. © WBP

Metallteile in „Eisenglimmer-Dunkelgrau“

Ein anthrazitfarbener Betonstein soll an der Massener Straße das mittlere Band belegen. Die Seitenstreifen an den Fassaden („Vorzonen“) und das Funktionsband mit Bänken, Bäumen, Spielgeräten und Abfallkörben wird hellgrau belegt. Selbst die Abfallkörbe, die der City-Werbering einst ganz bewusst in auffälligem Rot bestellt hat, sollen auf den Farbton „Eisenglimmer-Dunkelgrau“ umlackiert werden.

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Amberbaum ersetzt die Kaukasische Felsenbirne

Farbe indes bringen die wenigen Bäume in die Stadt, die nun noch einen Platz finden werden. Dass die Kaukasischen Felsenbirnen von heute keine Zukunft mehr haben werden, galt als gesetzt. Die Nachfolge tritt nun allerdings keine Stileiche an, wie es einmal zur Diskussion stand, sondern der Amerikanische Amberbaum. Die ahornähnlichen Blätter in den meist schlank wachsenden Kronen färben sich im Herbst orange bis rot. Neun dieser Bäume sollen an der Massener Straße gepflanzt werden.

Ein Amerikanischer Amberbaum in rötlicher Herbstfärbung.

Ein Amerikanischer Amberbaum in rötlicher Herbstfärbung. © picture alliance / dpa-tmn

Auswahl für Bänke und Spielgeräte

Detailfestlegungen gibt es nun auch für alle anderen Dinge, die neu eingebaut werden. Auch sie füllen die zuvor gesetzten Platzhalter aus: Dass es an der Massener Straße sechs doppelte und an der Hertingerstraße zwei einfache Sitzbänke geben würde, war bereits „gesetzt“. Nun schlägt der AK Fußgängerzone konkrete Modelle vor. Sie sollen seniorengerecht etwas höher gebaut sein, Armlehnen als Aufstehhilfe bekommen. Sitzflächen und Rückenlehnen bestehen aus thermoverdichtetem Bambus, die Stahlteile sind pulverbeschichtet – ebenfalls in Eisenglimmer-Dunkelgrau.

Vier Spielpunkte an der Massener Straße und einer an der Hertingerstraße erhalten kleine Wipp- und Drehgeräte aus Edelstahl, die meist von je einem Kind genutzt werden können.

Detailvorschläge für die Fußgängerzone (4747 kB)

Weiterhin in der Planung enthalten ist das Lichtkunstband im Boden der Massener Straße, die Tastführungsrinne für Sehbehinderte natürlich auch. Für den Innenstadtbesuch mit dem Fahrrad wählt der Arbeitskreis insgesamt zehn Fahrradanlehnbügel mit Knieholm und Lackierung in Eisenglimmer-Dunkelgrau. Sie werden aber nicht in der eigentlichen Fußgängerzone stehen, sondern bewusst außerhalb davon an Klosterstraße und Gürtelstraße.

Der Bau der Fußgängerzone ist abhängig von Fördermitteln. Nachdem Unna im vergangenen Jahr nicht bedacht worden war, gibt es aus der Landespolitik diesmal Signale für eine Bewilligung im Frühling. Der Bau könnte dann im Herbst 2020 oder Frühling 2021 beginnen und dann wahlweise das Weihnachtsgeschäft der Händler oder die Festa Italiana stören.

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