Unna bekommt eine „Small Cell“ für mehr Handyempfang, Massen vielleicht eine neue Tür

dzTelefonzellen

Die Telekom will den Datenempfang in Unna verbessern. Es gibt Pläne für einen neuartigen Sender. Diese weckten bereits Hoffnung in Massen. Dort aber muss man sich vielleicht über eine neue Telefonzellentür freuen.

Massen

, 21.09.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer technischen Neuerung will die Telekom in Unna den Datenempfang für Handys verbessern. Die Leistungssteigerung soll zunächst auf einen kleinen Bereich in der Innenstadt beschränkt sein - nicht in Massen, wie zwischenzeitlich vermutet wurde.

Ortsvorsteher fordert Reparatur oder Abbau in Massen

Diese Geschichte beginnt mit einer Mischung aus Irritation und Neugier bei Peter Kracht. Der Massener Ortsvorsteher störte sich am Zustand einer Telefonzelle am Massener Hellweg, schräg vor der Schillerschule. Ein Bürger hatte ihn auf das Telekom-Häuschen hingewiesen, aus dem inzwischen Gestrüpp wuchs und das mangels Tür und mit beschädigten Scheiben einen unseligen Eindruck macht. Ein Selbstversuch habe ergeben, dass der Fernsprecher sogar noch funktioniere, so Kracht. Dennoch erfragte er bei der Telekom, ob die Zelle nicht doch repariert oder abgebaut werden soll.

Als Ortsvorsteher habe er zunächst keine Antwort erhalten, so Kracht. Also ging er den Weg des Journalisten. Der Historiker ist auch stellvertretender Chefredakteur des Magazins Westfalium und wandte als solcher an die Pressestelle der Telekom. Prompt erhielt er Auskunft.

Man sei dankbar für den Hinweis, und die Telefonzelle solle schnellstmöglich instandgesetzt werden. Sie werde nicht abgebaut, vielmehr sogar erweitert, erfuhr Kracht. Die Telekom-Kommunikationsabteilung kündigte ihm eine „Small Cell“ an.

Irgendwo zwischen Hellweg und Straße

Mit dem guten Gefühl, dass sich etwas bewegt in Massen, teilte Kracht die Neuigkeiten unserer Redaktion mit. Die weiteren Recherchen erwiesen sich allerdings als ernüchternd für Massen. Offenbar hatte es in der Kommunikation innerhalb des Telekom-Konzerns ein Missverständnis gegeben. Es soll tatsächlich eine Small Cell in Betrieb genommen werden, allerdings nicht am Massener Hellweg, sondern an der Massener Straße. Hausnummer 4: Das ist direkt am Markt.

Aus dem magentafarbenen Kopf dieser Telefonsäule soll demnächst eine Small Cell über den Marktplatz funken. Das Gerät soll den Datenempfang per Smartphone verbessern.

Aus dem magentafarbenen Kopf dieser Telefonsäule soll demnächst eine Small Cell über den Marktplatz funken. Das Gerät soll den Datenempfang per Smartphone verbessern. © Raulf

Kleiner, starker Datensender für den Marktplatz

An der Ecke zwischen Schnückel und Hussel gibt es eine Telefonsäule, in die die neue Sendetechnik bereits eingebaut wurde, wie ein Sprecher der Telekom erklärte. Bei Small Cell handelt es sich um einen Sender, der das vorhandene Telekom-Netz unterstützen soll. Prinzipiell soll er wie ein WLan-Hotspot funktionieren, mit dem Unterschied, dass Smartphones sich automatisch in das stärkere Netz einwählen, wenn sie mit einer Telekom-Karte arbeiten. Ist der Nutzer in der Nähe der neuen Funkzelle, könne sich die Datenübertragungsgeschwindigkeit des Smartphones sogar verdoppeln. Die Leistungssteigerung könne aber nicht garantiert werden und sei vor allem von der Entfernung abhängig, erklärte der Telekom-Sprecher. Wann Telekom-Kunden dies testen können, steht noch nicht fest. Man rechnet mit einer Inbetriebnahme voraussichtlich im Dezember. Drei weitere Small-Cell-Standorte seien für Unna geplant, aber zeitlich noch nicht fixiert. Orte nannte die Telekom nicht.

Ein Strauch am Fuß des Häuschens ist inzwischen verschwunden. Eine Tür hat die Zelle aber immer noch nicht.

Ein Strauch am Fuß des Häuschens ist inzwischen verschwunden. Eine Tür hat die Zelle aber immer noch nicht. © Borys Sarad

Telefonzelle in Massen soll repariert werden

Zurück zu Peter Kracht und seiner Ursprungsfrage: Massener hätten von dem neuen Funkprojekt also nur etwas, wenn sie demnächst den Alten Markt in Unna Mitte besuchen. Und was wird nun aus der Telefonzelle am Massener Hellweg, aus der „Old Cell“, wenn man so will? Die Fläche im Umfeld solle gesäubert werden, erklärte der Telekom-Sprecher. Das kritisierte „Gestrüpp“ ist tatsächlich inzwischen verschwunden. Ob die Zelle eine neue Tür braucht, darüber könne man streiten, so der Sprecher weiter. Telefonsäulen als Alternative hätten schließlich gar keinen Wetterschutz. Allerdings müssten scharfe Kanten beseitigt werden, es müsse wohl sowieso an der Türseite gearbeitet werden wegen des Unfallschutzes. Der Telekom-Sprecher verspricht: „Die Zelle an der Massener Straße wird wieder repariert.“ Aufgepasst? In diesem Fall müsste wieder der Massener Hellweg gemeint sein.

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