Für den neuen Schulstandort Hertinger Tor dürfen auch Bäume fallen

dzHertingerstraße

Bäume sind in Unna an vielen Stellen Streitthema. Vor allem an der Hertingerstraße hat der Disput Tradition. Wo städtische Bäume sonst streng geschützt waren, sollen demnächst welche fallen – für das Schulprojekt.

Unna

, 15.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Verkehr rund um den neuen Bildungsstandort Hertinger Tor lässt sich nach Einschätzung der städtischen Verantwortlichen sicher bewältigen. Allerdings muss dafür die östliche Kreuzung der Brockhausstraße umgebaut werden zu einem Kreisverkehr. Mehrere Bäume stehen dieser Planung im Weg.

Jetzt lesen

Der Kreisel soll zwei Probleme lösen: Der jetzige Einmündungsbereich ist unübersichtlich und gilt deswegen als gefährlich. Und im Umfeld des Kreisverkehrs sollen Parkplätze für Eltern eingerichtet werden, die ihre Kinder zur Schule bringen. Der reine Kreisverkehr wird laut einem aktuellen Entwurf 30 Meter Durchmesser haben, Zebrastreifen sollen das Überqueren aller drei Zu- und Abfahrten sicher machen.

Neun Bäume stehen Kreisverkehr im Weg

Das Straßenprojekt braucht also Platz. Dass dafür mehrere Bäume gefällt werden müssen, hat der städtische Verkehrsplaner zuletzt bereits bestätigt. Die Standorte der zu opfernden Bäume sind bereits im Entwurf markiert. Sieben stehen bisher am westlichen Rand der Hertingerstraße, zwei an der östlichen Straßenseite. Sie stünden teils in den geplanten neuen Fahrbahnen.

Ein Ausschnitt aus der Planung für den Knotenpunkt Hertingerstraße/Brockhausstraße: Die grünen, durchkreuzten Kreise markieren Bäume, die gefällt werden müssen.

Ein Ausschnitt aus der Planung für den Knotenpunkt Hertingerstraße/Brockhausstraße: Die grünen, durchkreuzten Kreise markieren Bäume, die gefällt werden müssen. © Büro Brilon, Bonzio, Weiser

Dass Bäume für Verkehrsprojekte gefällt werden, ist nicht neu. Zuletzt hatte dieses Vorgehen an der Friedrich-Ebert-Straße für Aufsehen gesorgt. Dort waren im Februar zwei Kastanien in der Nähe des Kreishauskreisels gefällt worden. Für die Erschließung des neuen Einkaufszentrums auf dem Gelände der Mühle Bremme müssen Straßen umgeplant werden. Vor diesem Hintergrund wurden auch schon Bäume auf der Verkehrsinsel an der Kantstraße abgesägt.

Jetzt lesen

Dass nun für die Bäume an der Hertingerstraße Fällungen bevorstehen, ist bemerkenswert: Um Bäume an dieser Straße wurde schon vor Jahren erbittert gestritten. Eine der Linden etwa hatte den vormals dort ansässigen Autohändler Schlunz massiv gestört, weil im Sommer durch den von den Bäumen regnenden Honigtau ausgestellte Fahrzeuge verschmutzt wurden.

An der Hertingerstraße durften bisher gesunde Bäume nicht gefällt werden, auch wenn Anwohner das wünschten. Ihren Alleecharakter wird die Straße in Höhe der Brockhausstraße nun wohl verlieren.

An der Hertingerstraße durften bisher gesunde Bäume nicht gefällt werden, auch wenn Anwohner das wünschten. Ihren Alleecharakter wird die Straße in Höhe der Brockhausstraße nun wohl verlieren. © Raulf

Ein anderer Baum wurde zum Streitobjekt, weil er in einer Grundstückseinfahrt steht. Der Hausbesitzer hatte die Fällung gefordert, weil das Rangieren auf die Straße um den Stamm herum nicht nur unpraktisch, sondern auch gefährlich sei.

Die Stadt Unna, der diese Straßenbäume gehören, hatte Fällungen aber stets abgelehnt. Für städtische Bäume gelten noch die Regeln der früheren Baumschutzsatzung. Anders als Privatbäume dürfen sie nicht ohne Weiteres gefällt werden.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Erfahrungsbericht
Coronavirus: Ehepaar aus Unna erwischt den letzten Rückholflieger aus Neuseeland
Hellweger Anzeiger Bürgerstiftung Unna
Lebensmittelgutscheine für Arme: So können Bürger Bedürftigen helfen in der Corona-Krise
Hellweger Anzeiger Restaurant L‘Incontro
Kein Bier trinken, trotzdem zahlen: Stammgäste helfen Gaststätte in der Corona-Krise