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Für den Kunstschmied gehören dreckige Hände und Lärm zum Beruf

dzKunstort Unna

Leo Pira ist selbstständiger Kunstschmied in Unna. Schon früh war für ihn klar, dass er mit diesem Beruf, der ihn jeden Tag aufs Neue begeistert, Kunst für die Ewigkeit schaffen möchte.

von Kyra Molinari

Unna

, 24.05.2019 / Lesedauer: 3 min

In der Kunstschmiede von Leo Pira werden die Kunden mit viel Getöse und Hitze empfangen. Denn der Künstler braucht für seine großen und kleinen Kunstwerke sowohl einen Ofen, der bis zu 1300 Grad heiß werden kann, als auch einen tonnenschweren Hammer, der den Stahl mit der richtigen Kraft bearbeiten kann.

Leo Pira hat seine Kunstschmiede seit knapp 15 Jahren und ist selbstständig. Seine Kunst steht rund um seinen Arbeitsplatz verteilt, seine Schmiede ist auch sein Atelier. In erster Linie fertigt Pira Auftragsarbeiten an, entwirft und schmiedet Dinge wie kunstvolle Geländer oder Gartentore. „Wenn ich danach noch Zeit und Lust habe, lebe ich meine Fantasie aus“, sagt er. Und sowohl Lust als auch Fantasie hat er jede Menge, davon zeugen seine Werke.

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ZU BESUCH AM „KUNSTORT UNNA“

Im Rahmen der Aktion „Kunstort Unna“ zeigen Künstler, Ateliers und andere Einrichtungen in Unna vom 13. bis 15. September 2019 die unterschiedlichsten Orte, an denen Kunst entsteht und erlebbar ist. Im Vorfeld schaut sich unsere Redaktion nacheinander diese 27 Kunstorte an, um darüber zu berichten.

Er ist gelernter Kunstschmied, sein Werdegang war ihm schon lange klar: „Nach der Schule war für mich klar, ich will ein Handwerk erlernen.“ Zunächst hat Pira als Restaurateur alter Möbel gearbeitet, dann als Steinmetz, aber das sei ihm „zu viel Friedhof“ gewesen, wie er sagt. Dann sei er auf den Beruf des Schmieds gekommen, sei zur nächsten Schmiede nach Herdecke gefahren und habe dort einfach mal angeklopft. Und nach einem Probearbeiten hat er dort schließlich seine Ausbildung begonnen. „Aber für mich war immer klar, ich möchte Kunstschmied werden. Der Horror wäre für mich, ich müsste 08/15-Geländer für Brücken schmieden oder Ähnliches“, erläutert Pira.

Der erste Entwurf meist der beste

Bis heute begeistert sein Beruf ihn, er arbeitet gerne in seinem lauten Atelier und macht sich dabei die Hände schmutzig. „Ich sage immer, als Schmied schafft man Kunst für die Ewigkeit“, meint Pira. Er will aber mit seiner Kunst keine Preise gewinnen, er stellt sie auch selten aus, außer im eigenen Atelier. Nein, Pira will einfach seine Ideen umsetzen. In seinem Atelier liegt ein dicker Ordner mit gesammelten Ideen, und der wird auch nicht dünner. Dabei ist der erste Entwurf einer Idee meist der Beste, hat Pira über die Jahre festgestellt.

Durch Feuer und Hammer entstehen dann am Ende schöne Kunstwerke, meist aus Stahl, manchmal auch aus Messing oder Kupfer. Am schwierigsten sind Figuren herzustellen, die aus einem Block Stahl entstehen, die also keine Schweißnaht haben. Und die Oberflächen seiner Kunstwerke sollen natürlich immer schön glatt sein und keine Macken haben, eine gewisse Feinmotorik muss Pira also an den Tag legen. In seine Werke, die allesamt Unikate sind, legt der Kunstschmied viel Herzblut. Denn er schafft ja Kunst für die Ewigkeit.

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