Freiwilliges Soziales Jahr

FSJ: Unnaerin so begeistert, dass sie Nachtdienst schieben will

Ein Jahr lang mit behinderten Menschen arbeiten – für Laura Pauly hat sich der Blick mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr bei der Lebenshilfe geweitet. Diese Erfahrung teilt sie mit anderen.
Laura Pauly absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Lebenshilfe Kreis Unna. Die Aufgabe ist für sie zur „Herzensangelegenheit“ geworden, sagt sie. © Udo Hennes

Keine Frage: Der Alltag von Laura Pauly ist herausfordernd. Die junge Frau, die noch bis zum August ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Lebenshilfe Kreis Unna absolviert, arbeitet in Wohngruppen mit behinderten Menschen. Längst aber ist aus den Aufgaben eine Leidenschaft geworden.

Die junge Frau entschloss sich nach ihrem Abitur an der Peter-Weiss-Gesamtschule, ein FSJ zu machen. Über das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das den Freiwilligendienst im Kreis Unna als Träger organisiert, fand sie die Einsatzstelle bei der Lebenshilfe. Seither ist sie in den Wohngruppen des Trägers aktiv – und sie liebt diese Arbeit.

Persönliche Perspektiven entwickeln

„Das FSJ bietet jungen Menschen auch die Möglichkeit, persönliche Perspektiven zu entwickeln“, sagt DRK-Fachbereichsleiterin Andrea Schröder. Sie weiß, dass viele junge Frauen und Männer nach ihrem Einsatz besser wussten, ob sie auf Dauer in einem bestimmten Bereich tätig werden wollen. Und doch betont sie: „Das ist kein Praktikum.“

„Das ist für mich ein Herzensjob.“

Laura Pauly, FSJ-Absolventin

Ein FSJ kann absolvieren, wer zwischen 16 und 27 Jahre alt ist. Die Arbeit ist verantwortungsvoll; sie kann fordern und zugleich Spaß machen. Das ist bei Laura Pauly nicht anders. „Es macht mir immer mehr Freude, denn das Verhältnis zu den Bewohnern wird immer besser und immer vertrauensvoller“, sagt sie.

Für die junge Frau steht fest, dass sie nach dem FSJ Heilpädagogik studieren will. Dieser Wunsch hat sich mit der Arbeit bei der Lebenshilfe noch verstärkt. Allein deshalb hat sich ihr Einsatz schon jetzt auch für sie – und nicht nur für die Behinderten und die Gesellschaft als Ganzes – gelohnt. Die 400 Euro Taschengeld, die sie im FSJ monatlich erhält, sind wohl nicht das Argument, Ja zu sagen.

Corona bremst Interesse an FSJ nicht

Rund 800 Freiwillige betreut das DRK in Westfalen-Lippe. Corona habe die Nachfrage nicht eingedämmt. Im Gegenteil: „Es gibt viele junge Leute, die darin eine Chance sehen“, sagt Schröder. Trotz dieser Vielzahl an Interessenten gibt es fast immer freie Stellen – und das in völlig unterschiedlichen Bereichen. Das zeigt ein Blick auf das FSJ-Angebot in Unna mit folgenden Möglichkeiten:

  • Beim DRK Kreis Unna ist der Einsatz im Fahrdienst, bei „Essen auf Rädern“ und beim Hausnotruf möglich.
  • Im Förderzentrum unterstützen die FSJ-ler Kinder mit Förderbedarf etwa durch Betreuung auch in den Pausen, bei Toilettengängen, Pausenbetreuung, durch Begleitung beim Sport, pädagogische Angebote, leichte Pflege und Vorlesen.
  • Bei der Lebenshilfe Kreis Unna werden behinderte Menschen betreut. In Wohngruppen sind die Freiwilligen Betreuer und Alltagshelfer zugleich. Sie unterstützen die Bewohner auch bei Arztbesuchen, gestalten zudem die Freizeit mit ihnen.
  • Im Lebenszentrum Königsborn geht es vor allem um die Pflege und Betreuung von Kindern.
  • Im MVZ Unna unterstützen Freiwillige die Arbeit der Dialyse.
  • Beim Übergangshilfe e.V. sind junge Erwachsene in der ambulanten Begleitung von psychisch Erkrankten tätig.

Wer sich im Internet über die Möglichkeiten und freie Stellen informieren möchte, kann dies unter www.dein-fsj.de tun und findet dort auch die Ansprechpartner, mit denen Detailfragen besprochen werden können.

Das Beispiel Laura Pauly zeigt übrigens, dass das Engagement nach dem Ablauf eines Jahres nicht enden muss. „Ich kann mir vorstellen, auch danach Nachtwachen zu übernehmen“, sagt die junge Frau.

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