Die SPD in Unna verliert das nächste Fraktionsmitglied

dzGudrun Friese-Kracht

Die SPD verliert im Stadtrat von Unna weiter an Stimmgewicht. Die Massener Ratsfrau Gudrun Friese-Kracht erklärt ihren Austritt aus der Fraktion. Sie spricht von Mobbing.

Unna

, 12.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit sofortiger Wirkung hat Gudrun Friese-Kracht an diesem Donnerstag ihren Austritt aus der SPD-Fraktion im Stadtrat erklärt. Ihren Sitz im Rat werde sie aber behalten, um die Arbeit für ihre Wähler als Fraktionslose weiterzuführen. Auch das Parteibuch wolle sie vorerst nicht abgeben – weil sie „die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe, dass diese Partei irgendwann einmal statt Sozialkrüppel wirkliche Sozialdemokraten in die richtigen Positionen setzt“.

Überraschender als der Fraktionsaustritt selbst ist der späte Zeitpunkt. Gudrun Friese-Kracht war schon während der Auseinandersetzung um die Kündigung der früheren Büroleiterin Bärbel Risadelli im Jahr 2015 auf Distanz zum damaligen Fraktionschef Volker König gegangen. Angesichts der sich verhärtenden Fronten galt Friese-Kracht schon in den Monaten der juristischen Auseinandersetzung um die „Causa Risadelli“ als Kandidatin für einen Fraktionsaustritt.

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Die Massenerin spricht nun von „Mobbing und Diskreditierung sowohl in der Fraktion als auch im Ortsverein“ und räumt dabei ein: „Jahrelang habe ich dies stillschweigend hingenommen und ertragen.“ Mittlerweile gehe es ihr aber an die gesundheitliche Substanz, und für ein Ehrenamt müsse niemand die Gesundheit riskieren. Friese-Kracht hofft, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger nun autark und ohne Fraktionszwang vertreten zu können, merkt zudem an, an einer Schlammschlacht nicht interessiert zu sein.

Mit dem Austritt von Gudrun Friese-Kracht gibt es im Rat der Stadt wieder sieben fraktionslose Mitglieder. Zwei von diesen sieben sind durch die SPD in den Rat gekommen: Friese-Kracht und Bärbel Risadelli. Zudem hatte vor dem Sommer die SPD-Ratsfrau Anne-Kathrin Wienecke ihre politische Arbeit eingestellt. Sie gab aber ihr Ratsmandat zurück und machte Platz für Karin König als Nachfolgerin.

Bernd Dreisbusch legt seine Ausschuss-Posten nieder

Die SPD-Fraktion im Stadtrat formiert sich aber auch auf anderen Positionen um. Bernd Dreisbusch, Nachfolger von Volker König als Fraktionschef, erklärte den Austritt aus den Fachausschüssen des Rates und damit auch den Rücktritt als Vorsitzender des wichtigen Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehrsplanung. Dort soll wiederum König sein Nachfolger werden.

Der berufstätige Dreisbusch erklärt dies mit seiner Auslastung als Fraktionschef, die eine andere Aufgabenverteilung in der SPD erfordere.

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