Friedrichsborn: Zweifel an den Sanierungskosten

dzBaudenkmal

Das historische Pumpwerk Friedrichsborn soll in diesem Jahr saniert werden. Ob die dafür eingeplante Summe ausreicht, ist fraglich. Aber eine gute Nachricht gibt es zumindest.

Königsborn

, 09.01.2020, 13:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Eingang mit einem Bretterdach geschützt, das Bauwerk ringsum mit einem Bauzaun gesichert – dass am Friedrichsborn Handlungsbedarf besteht, ist nicht zu übersehen. Vor allem das Schindeldach aus Holz muss dringend saniert werden, einzelne Platten haben sich bereits gelöst. Die Sanierung ist für 2020 vorgesehen: 100.000 Euro sind dafür im Haushalt eingeplant. Doch reicht das aus?

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Dr. Peter Kracht, Vorsitzender des Historischen Vereins zu Unna, ist skeptisch. „Als wir damals mit dem Verein in den Friedrichsborn gezogen sind, hieß es schon, dass verschiedene Sachen am Gebäude gemacht werden müssten. Und damals kam man schon auf eine Summe über 100.000 Euro“, sagt Kracht.

Friedrichsborn: Zweifel an den Sanierungskosten

Die obere Etage des Friedrichsborn nutzt der Historische Verein zu Unna für Tagungen und Versammlungen. Auch ein Yoga-Kurs der VHS übt hier. © Anna Gemünd

„Damals“, das war vor gut fünf Jahren. Seitdem dürften die notwendigen Reparaturen eher mehr als weniger geworden sein. Die größte Baustelle ist ganz klar das Schindeldach, das sieht auch Kracht so: „Das sind historische Schindeln aus Holz, die müssen teilweise neu gemacht werden und das kann nur ein Fachmann.“

Genau dieser Fachmann für die historische Dachkonstruktion scheint aber schwer zu finden zu sein. Als das Gerüst rund um den Friedrichsborn Ende Dezember 2018 aufgestellt wurde, hieß es, dies diene der akuten Verkehrssicherung. Sobald ein Fachmann für die Sanierung gefunden sei, könne das Dach mit den dafür vorgesehenen Mitteln 2020 saniert werden. Es ist kein Geheimnis, dass Handwerker derzeit schwer zu kriegen sind – und ein ausgewiesener Fachmann für historische Dachschindeln dürfte da noch schwerer zu finden sein.

Friedrichsborn: Zweifel an den Sanierungskosten

Im Innern des Friedrichsborn zeigt sich ein anderes Bild: Der Raum ist gut erhalten, die Möbel gepflegt, die Wände trocken. © Anna Gemünd

Immerhin beschränkt sich der stark sanierungsbedürftige Zustand des Baudenkmals auf die Außenseiten. Im Innern des Friedrichsborn ist von den Schäden an dem Dach und der Galerie nichts zu merken. „Hier drinnen ist wirklich alles gut in Schuss“, sagt Peter Kracht. Regelmäßig nutzen der Historische Verein oder der Kunstreffpunkt im Park das Gebäude für Lesungen oder Vorträge. 30 neue Stühle hat der Historische Verein kürzlich angeschafft, um mehr Menschen Sitzplatzgelegenheiten zu bieten. „Wenn alle 30 Stühle gestellt sind, wird es aber doch ziemlich eng“, weiß Kracht.

Im oberen Stockwerk des Friedrichsborns befindet sich ein Tagungsraum, den der Historische Verein nutzt, der aber auch von einem Yoga-Kurs der VHS belegt wird. Den Friedrichsborn weiterhin auf diese Weise als Baudenkmal zu nutzen, das wünscht sich nicht nur der Historische Verein. Bleibt die Frage, wann das Wahrzeichen Königsborns wieder „fit“ gemacht wird.

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