Mit interaktiver Karte: Freiwillige können am Tag der Weide aktiv die Natur schützen

dzTag der Weide

Wer noch eine Idee sucht für einen guten Vorsatz, der direkt umgesetzt werden kann, wird im Unnaer Osten fündig. Die Initiative „Tag der Weide“ ist ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz.

Unna

, 02.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere Initiativen, die dem Naturschutz nahe stehen, rufen wieder auf zum „Tag der Weide“. Am Anfang eines jeden Jahres treffen sich Freiwillige im Naturschutzgebiet rund um die Mühlhausener Öko-Zelle. Sie arbeiten gemeinsam an Weiden und erledigen andere Arbeiten zum Wohl von Pflanzen und Tieren.

Termine

Tag der Weide

  • Gemeinsame Aktion für den Naturschutz am Samstag, 4. Januar. Treffpunkt 9.30 Uhr an der Öko-Zelle Mühlhausen (Zum Osterfeld, Nähe Sportplatz/Feuerwehr); Organisation: Chrsitian Freese, Tel. 01 73 5 24 62 37
  • Weidenschneiteln in Lünern, Samstag, 4. Januar, 9.30 Uhr, Treffpunkt Brücke Bahnhofstraße über den Lünerner Bach

Früher brauchten Menschen Weiden, heute ist es umgekehrt

Weiden dienten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts als wichtige Rohstoffquelle. Aus dünnen Trieben wurden Körbe geflochten, stärkeres Material verwendeten die Menschen beim Hausbau. Auch als Feuerholz war Weide begehrt. So war es lange üblich, die Bäume abzusägen, damit aus dem Stamm neue Triebe für die regelmäßige Ernte wuchsen. die typischen Kopfweiden prägten das Landschaftsbild. Als Weidenholz nicht mehr benötigt wurde, mühten sich auch kaum noch Menschen mit dem Beschneiden der Bäume ab. Und so drohten sie wieder zu verschwinden.

Tag der Weide eine Gemeinschaftsaktion

Seit einigen Jahren kümmern sich im Unnaer Osten wieder Freiwillige um die Pflege zahlreicher Kopfweiden. Wirtschaftlich hat das nach wie vor keinen Sinn mehr. Aber längst ist bekannt, wie wertvoll die Kopfweiden als Lebensräume für andere Pflanzen und zahllose Tiere sind. Und nun rufen die verantwortlichen Gruppen wieder zum „Tag der Weide“ am Anfang des neuen Jahres auf. Der Verein für Heimat und Natur Mühlhausen-Uelzen, der Nabu-Kreisverband Unna, der ADFC, der SGV, die Landschaftswacht und die Krötenschutzgruppe laden alle Interessierten ein. Wer Sägen oder anderes Werkzeug nicht hat oder nicht bedienen kann, für den finden sich trotzdem viele Möglichkeiten, anzupacken. Es sind immer auch Familien mit Kindern dabei.

Mit interaktiver Karte: Freiwillige können am Tag der Weide aktiv die Natur schützen

© Udo Hennes


Mit Imbiss

12.30 Uhr Essen für alle

Der Tag der Weide ist wertvoll für die heimische Natur, dabei aber auch eine nette Gemeinschaftsaktion zum Jahresanfang. Und dazu trägt auch der Imbiss am Mittag bei: Zu Speis und Trank an der Öko-Zelle sind alle Helfer ab 12.30 Uhr eingeladen.

Einladung stimmt nachdenklich

Dass Maßnahmen zum Schutz der Natur wichtiger sind denn je, darauf weist Mitorganisator Björn Merkord in einer Einladung hin. „Auch in Uelzen und Mühlhausen führt die zunehmende Erderwärmung in der Natur zu einschneidenden Veränderungen“, heißt es dort. Selbst sonst ergiebige Quellen seien in dem zu heißen und trockenen Sommer versiegt, ganze Wälder fielen den Veränderungen zum Opfer. In Unna seien zahlreiche Bäume verschwunden.

„Auch bei uns in Unna ist ein breites Bewusstsein für die Veränderungen durch den vom Menschen verursachten Klimawandel gewachsen“, so Merkord. Die „Fridays-for-Future“-Proteste seien ein Beleg dafür, ein weiterer sei eine Aktion im Unnaer Osten gewesen: Konfirmanden der Hellweggemeinden pflanzten unter der Leitung von Georg Wöstmann Bäume.

„Damit diese und weitere Naturschutzmaßnahmen überhaupt stattfinden können, hat der Nabu, vertreten durch den rastlosen Karl-Heinz Albrecht, auch im zurückliegenden Jahr wieder neue Flächen erworben“, schreibt Merkord. Er erinnert an insgesamt über 12.000 Quadratmeter Land, die zu extensiven Mähwiesen umgewandelt wurden.

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Auch Lünern pflegt seine Weiden

Nicht nur im Naturschutzgebiet in Mühlhausen und Uelzen, auch im Nachbardorf Lünern werden Weiden gepflegt. Sie wachsen am Lünerner Bach, und um das Schneiteln kümmert sich vor allem die Nachbarschaft „Am alten Bach“ mit weiteren Helfern aus dem Dorf. „In diesem Jahr ist die Bebauung in der direkten Nachbarschaft gewachsen und wir würden uns freuen, wenn neue Nachbarn auch den Weg zu uns finden“, erklärt Alt-Ortsvorsteher Wilhelm Dördelmann. Interessierte, die am Samstagvormittag helfen möchten, können Astscheren und Sägen mitbringen und sollten vor allem wetterfeste Kleidung tragen.

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