30.000 Besucher, der früheste Saisonstart seit 30 Jahren und erfolgreiche Neuerungen: Das Freibad Bornekamp blickt auf eine Rekord-Saison zurück. So viele Gäste wie nie zuvor sprangen ins kühle Nass.

von Sebastian Pähler, Anna Gemünd

Unna

, 10.09.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf die bislang beste Saison seiner Geschichte schaute das Freibad Bornekamp beim „Abbaden“ am Samstag zurück. 30.000 Badegäste besuchten das Schwimmbad 2018.

„Das sind genau doppelt so viele wie im vergangenen Jahr“, berichtete Jessica Mense. Im heißen Sommer und dem anhaltend milden Wetter sieht die Vorsitzende des Freibadvereins den Hauptgrund für den großen Erfolg. Neben den reinen Zahlen zeichnete sich die Saison aber auch durch gelungene Veranstaltungen wie der Ostereiersuche, dem Mondscheinschwimmen und zweier Musikfestivals aus.

„Wir hatten in diesem Sommer doppelt so viele Besucher wie in der Saison 2017“
Jessica Mense,Vorsitzende des Freibad-Vereins

Und die Saison ist noch nicht vorbei: Weil die Bedingungen günstig sind, hält das Bornekamp-Freibad den Badebetrieb noch bis zum Donnerstag aufrecht. „Das ist nicht wirtschaftlich, aber wir machen das für unsere Stammkunden und weil es noch wirklich schön ist“, erklärt Mense.

Als ebenfalls sehr gelungen betrachtet das Freibad das Abbaden selbst. Erstmalig wurde dies am Samstag und nicht erst am Sonntag durchgeführt, um den Arbeitszeiten der Vereinsmitglieder entgegen zu kommen. Viele Besucher zog hier auch der mittlerweile zur festen Tradition gewordene Trödelmarkt auf die Wiese des Freibads, der sowohl von Seiten der Händler als auch von Seiten der Gäste diesmal sehr gefragt war.

Freibad Bornekamp in Unna beendet Rekordsaison

Gretel Ellamaa-Togno (links) verabschiedete sich mit einem Benefiztrödel für die Stadtkirche vom traditionellen Trödel-Treiben auf dem Freibadgelände. © UDO HENNES

Abschied von „Trödel-Tante“

Ein bisschen mag zu dem großen Andrang auch der Abschied einer ganz großen Trödlerin des Freibads beigetragen haben, die vor 35 Jahren den Anstoß zu der Aktion gegeben hatte. „Wir brauchten Geld“, erinnerte sich Gretel Ellamaa-Togno. Geld für den Freibadverein, den sie mitgegründet hatte. Der Vorteil des Trödelns lag darin, dass der finanzielle Einsatz sehr gering war.

Jetzt stand sie zum letzten Mal mit auf der Wiese und hatte sich zum Abschied ein besonderes Ziel gesetzt. „Ich möchte in der Kasse am Ende 500 Euro für die Stadtkirche haben“, erklärte Ellamaa-Togno den Kunden, die zahlreich vorbeikamen und meist auch das ein oder andere Teil mitnahmen. Porzellan, Möbel Bilder, das meiste aus ihrem eigenen Besitz hatte Gretel Ellamaa-Togno mitgebracht, um die Reparatur der Stadtkirche zu unterstützen.

610 Euro für die Stadtkirche

Obwohl sie katholisch getauft ist, glaube sie an einen gemeinsamen Gott und habe ein besonderes Verhältnis zu der Kirche, sagt sie. „Ich liebe dieses Gebäude einfach“, sagt sie. Wenn die Bäume kahl seien, könne sie den Turm durchs Fenster ihrer Wohnung sehen. Dass dem im Augenblick eine Fiale fehlt, „das tut mir schon weh“, sagt Ellamaa-Togno.

Das Jahr der Rekorde

Die Freibad-Saison 2018 in Zahlen

16,5 Grad „warm“ war das Wasser beim Anbaden am 18. April 30.000 Gäste besuchten das Freibad in diesem Sommer 4 Rettungsschwimmer und Aufseher stehen während der Öffnungszeiten am Beckenrand 400 Kubikmeter groß ist das Becken 8000 Liter Frischwasser werden täglich zugeführt 22 Grad betrug die Wassertemperatur beim Abbaden am 8. September

Doch viele kamen, um sie in ihrem Bestreben zu unterstützen. Wer wollte, bekam zu seinem Einkauf einen Button mit dem Kirchturmlogo und der Aufschrift „Ich bin Turmretter“ dazu.

Am Ende war zwar nicht, wie gewünscht, alles verkauft, aber mit 610 Euro kam doch eine ordentliche Summe für die Stadtkirche zusammen, die Gretel Ellamaa-Togno zufrieden an Pfarrerin Inga Schönfeld überreichen konnte.

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