Schwimmen und Spielen im Freibad Bornekamp: Jasmina und Gülfidan genießen das Wasser, doch der Zulauf ist im Corona-Jahr bisher verhalten. © Udo Hennes
Coronavirus

Freibad Bornekamp: Die Badegäste kommen nur zögerlich

Freibadwetter macht sich dieses Jahr bisher rar. Doch im Freibad Bornekamp stellt man auch bei warmen Wetter fest: Die Gäste kommen kaum. Die Verunsicherung in Corona-Zeiten ist groß.

Als Mitte Juni die erste große Hitzewelle anrollte, rechnete auch das Team im Freibad Bornekamp mit einem großen Ansturm. Damit jeder Badegast trotz geltender Abstandsregeln auch zu seinem Recht kommt, führte man kurzerhand die „20-Minuten-Regel“ ein: Maximal 20 Minuten dürfen Badegäste ins Becken, bevor die nächsten Gäste an der Reihe sind. Jetzt, vier Wochen später, folgt die nüchterne Bilanz: Gebraucht wurde diese Regel gerade mal fünf Mal.

„Irgendwie sind die Menschen noch sehr verhalten mit ihren Besuchen im Freibad“, hat Jessica Mense, Vorsitzende des Freibadvereins, beobachtet, „viele sind vielleicht allgemein verunsichert, aber wir stellen auch immer wieder fest, dass sie von falschen Regeln ausgehen, was das Baden im Freibad angeht.“ So komme es beispielsweise immer wieder vor, dass Menschen anriefen und fragten, ob sie sich noch für ein Zeitfenster im Freibad anmelden könnten.

© Udo Hennes © Udo Hennes

„Den Fall hatten wir bisher noch nie, dass wir jemanden wieder abweisen mussten.“

Jessica Mense, Freibad Bornekamp

Keine Anmeldung notwendig

„Man muss sich bei uns nicht vorher anmelden“, stellt Jessica Mense klar, „wer schwimmen möchte, kann einfach kommen und vor Ort eine Karte kaufen.“ Bei 680 Menschen, die laut den geltenden Vorgaben gleichzeitig auf das Freibadgelände kommen dürfen und 60, die gleichzeitig das Schwimmbecken nutzen dürfen, müsse niemand Sorge haben, dass er umsonst zum Freibad käme. „Den Fall hatten wir bisher noch nie, dass wir jemanden wieder abweisen mussten.“

Natürlich werden beim Besuch des Freibades die Daten der Besucher erfasst. „Dazu sind wir verpflichtet, aber wir vernichten diese Daten auch nach vier Wochen, wenn es keinen Corona-Fall gegeben hat, der die Kontaktverfolgung nötig machen würde“, versichert Mense. Ebenfalls ein Gerücht, das sich offenbar hartnäckig hält: Man müsse schon in Badekleidung ins Freibad kommen, weil die Umkleiden gesperrt sind.

Umkleiden im Zelt auf der Wiese

„Das stimmt nicht, man kann sich bei uns umziehen“, sagt Jessica Mense. Zwar sind die Umkleidekabinen im Gebäude tatsächlich gesperrt, doch auf der Wiese steht ein großes weißes Zelt, das drei Umkleidekabinen beherbergt. Sie weist darauf hin, dass das Badpersonal auf die Einhaltung der Corona-Regeln achtet: Mit einem Handzähler wird auf die genaue Zahl der Gäste auf dem Gelände und im Becken geachtet.

Und sollte es doch mal sehr voll werden, greift wieder die „20-Minuten-Regel“: Dann regelt das Badepersonal auch den Zugang zum Becken. Am Becken bekommen die Gäste ein Silikonarmband und nur, wer dies trägt, darf sich die nächsten 20 Minuten im Becken aufhalten – nach 20 Minuten wird gewechselt.

Über die Autorin
Redaktion Unna
Sauerländerin, Jahrgang 1986. Dorfkind. Liebt tolle Geschichten, spannende Menschen und Großbritannien. Am liebsten draußen unterwegs und nah am Geschehen.
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Anna Gemünd
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