Zur Haushaltsklausur können es sich die Fröndenberger Fraktionen dieses Jahr zuhause gemütlich machen. © picture alliance/dpa/KEYSTONE
Frauenforum Kreis Unna

Frauenforum 2.0: Digitalisierung bedeutet auch mehr Sicherheit

Dank eines Förderprogramms kann sich das Frauenforum im Kreis Unna digitaler aufstellen. Das hilft den Mitarbeiterinnen, aber auch den Klientinnen.

Wie vielen Einrichtungen hat die Corona-Pandemie auch dem Frauenforum im Kreis Unna digitale Grenzen aufgezeigt – und gleichzeitig den Anreiz geschaffen, diese zu überwinden.

Die Geschäftsführerin des Frauenforums Birgit Unger gibt es unumwunden zu: Vor einigen Jahren vertrat sie zu verschiedenen Themen der Digitalisierung noch einen ganz anderen Standpunkt: „Arbeiten von zuhause aus? Nein, gearbeitet wird hier“, sagte sie damals. Und auch W-Lan im Wohnbereich der Klientinnen, die im Appartement des Frauenforums Schutz suchen, hätte sie sich nicht vorstellen können. „Da wird geschlafen, habe ich immer gesagt.“ Während der Corona-Zeit nutzte eine Mutter mit ihrem schulpflichtigen Kind der Schutzraum, das deshalb nicht am Home-Schooling teilnehmen konnte.

Auch Konferenzen oder der Kontakt zu Mitarbeiterinnen in der Quarantäne: Alles war während der Corona-Zeit erschwert – bis das Frauenforum von einem Förderprogramm profitieren konnte. Im Sommer 2020 erfuhr Birgit Unger von dem Förderaufruf der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes NRW, der sich an Einrichtungen wie den Verein in Unna richtete.

Große Freude über die Förderung

„Wir freuen uns sehr, dass unser Antrag – einer von insgesamt 1.248 bei der Stiftung eingegangenen Anträgen – mit einer Fördersumme von 90.467 Euro positiv beschieden wurde.“ Damit gehört das Frauenforum zu den 667 Antragstellern, die zusammen 42,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm erhalten. Geld, ohne das das Frauenforum wohl noch eine ganze Weile in der digitalen Steinzeit verbracht hätte. Auch das sagt Birgit Unger deutlich.

Birgit Unger, Geschäftsführerin des Frauenforums musste in der vergangenen Jahren auch ihre eigene Einstellung zur Digitalisierung überdenken. © Kohues © Kohues

Nun soll die Digitalisierung einen nachhaltigen Beitrag für die tägliche Arbeit leisten. Und weil das mehr bedeutet, als die Anschaffung neuer Laptops, hat sich die Geschäftsführerin des Frauenforums kompetente Unterstützt von außen geholt. Die Entwicklungsberaterin und Diplom-Betriebswirtin Britta Lohse managt seit Mai das Projekt „Digitalisierung“.

Sie habe ein Haus mit „hoch motivierten Mitarbeiterinnen“ kennengelernt, sagt Lohse. In Einzelgesprächen mit allen Mitarbeiterinnen habe sie sich ein Bild vom Ist-Zustand gemacht. So konnte die Projektmanagerin erfahren, welche Hardware, welche Software fehlt – und wo Beratungs- sowie Schulungsbedarf besteht. Hardware, Software? Allen, die an diesem Punkt schon ins Straucheln kommen, dient eine Mitarbeiterin des Frauenforums als „Sprachmittlerin“ zwischen der IT-affinen Beraterin und dem Team.

Das Frauenforum verfügt nun über die Finanzmittel zur Anschaffung von Laptops und Smartphones. Genauso wie für Bildschirme am Schreibtisch im kleinen Format, etwa für Video-Beratungsgespräche, bis zu großen Bildschirmen zur Durchführung von Video-Konferenzen mit Gremien, Netzwerken und Kooperationspartnern.

Video-Beratungen sind eine Herausforderung

Bei den Schulungen, die für die Mitarbeiterinnen jetzt anstehen, geht es nicht nur um den im Umgang mit Geräten, erläutert Birgit Unger: „Emotionale und sensible Themen in Video-Gesprächen angemessen und empathisch besprechen und beraten zu können, erfordert Mut, Können und Übung, mit viel Platz für Fragen und Austausch.“

Der gesamte Bereich Aufklärung und Prävention soll wieder in Fahrt kommen, indem die Mitarbeiterinnen zumindest in digitaler Form wieder zu Schulen, Treffs von Migrantinnen oder Diskussionsrunden eingeladen werden können.

Zur Digitalisierung gehört es aber auch, die Sicherheit der Frauen indirekt zu erhöhen. Zum Beispiel indem man Themen wie die Auffindbarkeit der Seite des Frauenforums im Web-Browser potenzieller neuer Klientinnen angeht. Und auch, indem die Mitarbeiterinnen ihren Klientinnen im jeweiligen Einzelfall Tipps zum sicheren Umgang mit dem Smarthone geben.

Das Frauenforum freut sich auch bei diesem Projekt über unterstützende Spenden zur Finanzierung des Eigenanteils, der zehn Prozent der Kosten beträgt. Die Kontoverbindung ist auf der Internetseite www.frauenforum-unna.de zu finden.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung

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