Frank Murmann (FLU): Ein ruheloser Unternehmer will Wege im Rathaus abkürzen - mit Video

Bürgermeisterwahl Unna

Im Rennen um das Bürgermeisteramt tritt Frank Murmann mit jahrzehntelanger Erfahrung in Wirtschaft und Ehrenamt an. Der FLU-Kandidat will für kurze Verwaltungswege sorgen.

Unna

, 06.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Frank Murmann, Bürgermeisterkandidat für die Freie Liste Unna, mag das Nicolaiviertel. Die Fachwerkhäuser seien ideale Kulisse sowohl für gemütliche Gespräche unter der Kastanie wie für Feiern mit Live-Musik.

Frank Murmann, Bürgermeisterkandidat für die Freie Liste Unna, mag das Nicolaiviertel. Die Fachwerkhäuser seien ideale Kulisse sowohl für gemütliche Gespräche unter der Kastanie wie für Feiern mit Live-Musik. © Raulf

Mit viel Lebens- und Wirtschaftserfahrung will der FLU-Kandidat Frank Murmann Unnas Bürgermeister werden. Eines seiner Ziele: eine Stadtverwaltung, die schlanker wird, effizienter und mit möglichst wenig Umwegen.

Gewöhnt an viel Arbeit

Dass er 60 ist, geht aus Frank Murmanns Personalausweis hervor. „Hier drin bin ich aber jünger“, sagt er lächelnd. Der dreifache Vater und inzwischen auch Großvater ist es gewohnt, viel zu arbeiten und nebenbei noch in zahlreichen Ehrenämtern Akzente zu setzen, sei es für den Mittelstand, das örtliche Gewerbe oder die Kirche. Wenn er zu lange stillsitzt, wird er kribbelig. Den nötigen Rückhalt für seine Projekte gibt dem Rastlosen seit fast 40 Jahren seine Frau. Die Murmanns lebten lange in Hemmerde, einige Jahre in Kamen-Heeren, inzwischen wohnen sie in Königsborn.

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Frank Murmann (FLU) beantwortet Leserfragen

Bis zu zehn Ehrenämter gleichzeitig

Frank Murmanns Wurzeln liegen im Ennepe-Ruhr-Kreis und in einem Elternhaus, in dem man sich mit Arbeit etwas aufgebaut hat. Er selbst übernahm als Kfz-Mechanikermeister Mitte der 1980er-Jahre den elterlichen Betrieb, die Aral-Tankstelle an der B1. Er erweiterte das Unternehmen um eine Autovermietung und konzentrierte sich dann für viele Jahre auf das Mietwagengeschäft - in Unna, später in Kamen.

Ehrenamtlich engagiert ist Murmann seit jeher. Zwischenzeitlich seien es gleichzeitig zehn Ehrenämter mit Führungsaufgaben gewesen, erinnert er sich. „Und es hat mir alles Spaß gemacht.“ Vor allem die CDU-Mittelstandsvereinigung MIT, deren Kreisvorsitzender Murmann jahrelang war, lag ihm am Herzen.

Neustart mit 56

In einer besonders intensiven Phase in der Autovermietung vor wenigen Jahren musste Frank Murmann auch lernen, dass ein Mensch Grenzen hat. 2015 machte sein Herz nicht mehr mit, zeigte ihm „die rote Karte“, wie er heute sagt.

Murmann gab den Betrieb auf, legte auch zunächst alle Ehrenämter nieder. Er überstand den Infarkt gut - und dann? „Dann versuchen Sie mal, mit 56 einen Job zu bekommen... Das geht. Sie müssen nur was tun.“ 70 Bewerbungen schrieb Murmann in einer Situation, in der manch anderer wohl aufgeben würde. Er fasste wieder Fuß, arbeitete sich in eine für ihn ganz neue Branche ein. Wärmetauscher sind heute sein Geschäft, als Vertriebler mit Anstellung in Kamen.

Frank Murmanns jüngstes Ehrenamt ist der Vorsitz in der Herzsportgruppe Unna. Auf diesem Bild von 2016 dankt er gemeinsam mit Geschäftsführerin Beate Engelmann dem langjährigen Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Klaus Weber für dessen Verdienste.

Frank Murmanns jüngstes Ehrenamt ist der Vorsitz in der Herzsportgruppe Unna. Auf diesem Bild von 2016 dankt er gemeinsam mit Geschäftsführerin Beate Engelmann dem langjährigen Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Klaus Weber für dessen Verdienste. © Archiv

Das Ehrenamt fand ihn auch wieder. Die Arbeit an seiner eigenen Gesundheit führte ihn zur Herzsportgruppe. Wenig überraschend, wurde Murmann recht schnell der Vorsitzende - ebenso 2017 wieder für die MIT. 2019 gab er deren Vorsitz endgültig ab, mit neuem Ziel vor Augen. Er wollte Bürgermeister werden in Unna, das habe seinerzeit für ihn schon festgestanden, sagt er. Bekanntlich gelang ihm die Kandidatur bei der CDU nicht. Er habe nach seinem Rückzug zunächst einen „Haken“ unter das Thema Politik gemacht. Doch dann habe ihn die FLU angesprochen und er sagte nach einiger Bedenkzeit Ja.

Alternative zu Verwaltungsleuten

„Ich bin die Alternative zu den Bewerbern, die Verwaltungserfahrung haben“, sagt er selbstbewusst. Der Blick von außen würde der Stadtverwaltung gut tun, meint Murmann. Die Kommunikation mit dem Bürger könne an einigen Stellen verbessert werden. Viele Abläufe müssten verschlankt, Wege abgekürzt werden. „Im Rathaus sitzen richtig gute Leute. Aber ich glaube, die können ihr Potenzial gar nicht ausschöpfen, weil die Strukturen so sind, wie sie sind.“ Mit „Unna braucht einen Neustart“ geht Murmann in den Wahlkampf. Er vergleicht die Situation mit der einer Firma, die nicht mehr läuft: „Der strauchelnde Strumpffabrikant holt sich keinen Sanierer, der vorher Strümpfe hergestellt hat. Der holt jemand, der etwas ganz anderes gemacht hat.“

Dieses Porträt ist Teil einer Serie zur Kommunalwahl 2020, in der wir alle acht Bürgermeisterkandidatinnen und - kandidaten für Unna vorstellen. Täglich um 17 Uhr erscheint auf dieser Seite eine neue Folge.
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