Dem Steingarten droht auch in Unna das Verbot

dzKlimaschutz

Biologisch sind sie näher mit der Pflasterfläche verwandt als mit echtem Grün. Die oft kritisierten Steingärten will der BUND daher auch in Unna verbieten lassen – was optimistisch erscheint.

Unna

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Initiative gegen die nahezu pflanzenfreien Steingärten trägt der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) zurzeit quer durch die Lande. Der Umgang mit dieser pflegeleichten, aber ökologisch wertlosen Form der Gartengestaltung unterscheidet sich jedoch von Stadt zu Stadt erheblich.

Nun ist Unna aufgerufen, Position zu beziehen. Die BUND-Ortsgruppe richtet sich mit einem Antrag ans Rathaus und fordert dazu auf, die „Steinzeitgärten“ zu verbieten. Der Rat der Stadt möge beschließen, dass Garten und Vorgartenflächen nicht mehr mit Schotter und Kies bedeckt werden dürfen, sondern mit „natürlich anstehenden Substraten“, auf denen Rasen oder höhere Pflanzen wachsen können.

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Spannend ist nun, was Unna daraus macht. Das Rathaus kann diesen Antrag nicht allein bescheiden, sondern muss ihn der Politik vorlegen. Sie würde einen entsprechenden Beschluss auf den Weg bringen, wenn er im Einklang mit dem geltenden Recht steht. Und dabei wird es schwierig.

Der BUND selbst weist auf solche Problemlagen hin, befasst sich daher vor allem mit künftigen Baugebieten, in denen bis zur Dachneigung viele Details in den Bebauungsplänen geregelt sind. Rückwirkend neue Regeln für bereits bestehende Siedlungen zu erlassen, könnte noch schwieriger werden.

Umstritten ist dann auch noch, ob für bereits bestehende Steingärten im Nachhinein ein Rückbau möglich ist. In einigen Kommunen zielt die Diskussion auf eine indirekte Sanktion der Steingärten ab: Wo die Kiesbeete mit einer unterlegten Folie abgedichtet sind, könnten sie als versiegelte Flächen für die Bemessung von Abwassergebühren berücksichtigt werden.

Angesichts der schwierigen rechtlichen Thematik mögen die Aussichten auf eine politische Unterstützung für den BUND-Antrag in Unna überschaubar sein. Zuletzt erwies sich die Mehrheit der Fraktionen in Unna als eher zögerlich, wenn es um Klimaschutzbelange ging. Eine Diskussion über die Ausrufung des Klimanotstandes etwa wurde auf die lange Bank geschoben, und auch die Idee, für Neubaugebiete künftig Dachbegrünungen vorzusehen, trifft auf Vorbehalte.

Sowohl das Grün auf dem Dach als auch das im Vorgarten hätte für Stadt- und Weltklima vergleichbare Vorteile: Erde und Pflanzen binden Feuchtigkeit, tragen damit zur Kühlung der Umgebung bei. Und wo etwas wächst und blüht, finden auch Bienen und andere Insekten einen Lebensraum.

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