Flughafen Dortmund will Maschinen 300 Meter näher an Unna aufsetzen lassen

dzVerschiebung der Landeschwelle

Die Startbahnverlängerung am Dortmunder Flughafen ist jetzt „amtlich“ ein Thema. Anträge für eine Verlegung der sogenannten Landeschwelle um 300 Meter in Richtung Unna liegen der Genehmigungsbehörde vor.

Unna

, 05.06.2020, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bezirksregierung in Münster als zuständige Aufsichtsbehörde bestätigt nun den Eingang entsprechender Anträge: Der Flughafen in Dortmund setzt Ankündigungen um, die effektiv nutzbare Pistenlänge verlängern zu wollen. Voraussetzung ist dafür die Zustimmung der Behörde.

Der Flughafen beantragt, die sogenannte Landeschwelle verschieben zu dürfen. Sie markiert den Punkt, ab dem Flugzeuge bei der Landung auf dem an sich längeren Asphaltbauwerk der Piste aufsetzen dürfen.

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Konkret geplant ist eine Verschiebung der östlichen Landeschwelle um 300 Meter weiter in Richtung Unna. Flugzeuge, die über die Kreisstadt hinweg zur Landung anfliegen, könnten dementsprechend 300 Meter früher aufsetzen, würden Teile der Stadt aber auch etwas tiefer überfliegen. Bei einem Sinkwinkel von fünf Prozent wären sie jeweils 15 Meter näher über den Köpfen der Unnaer.

Planungssicherheit für Nutzer des A321neo

Der Flughafen begründet seine Pläne mit einem sichereren Flugbetrieb bei widrigerem Wetter. „Sicherer“ wird dabei allerdings nicht nur der Vorgang der Landung, sondern auch die Gewissheit der Piloten, diese Landung in Dortmund durchführen zu dürfen.

Für jeden Flugzeugtyp gibt es eine Reihe von technischen Voraussetzungen, die für den Betrieb an einem Standort gegeben sein müssen. Dazu zählt unter anderem auch eine Landestrecke, die ein sicheres Aufsetzen und Ausrollen ermöglicht. Für einen sehr wichtigen Flugzeugtyp tut sich in Dortmund ein Problem auf.

Dortmund bangt um Großkunden Wizz

Nach Abzug der Landeschwelle steht dort derzeit eine Landestrecke von 1700 Metern zur Verfügung. Der Airbus A321neo dürfte zumindest bei Regen nicht landen. Dortmund droht damit, den wichtigsten Kunden zu verlieren: Die Fluggesellschaft Wizz will bis 2026 ihre komplette Flotte auf Flugzeuge dieses Typs umstellen.

Die Verlegung der Landeschwelle würde die effektiv nutzbare Landestrecke um 300 auf dann 2000 Meter verlängern, ohne dass an der Piste selbst etwas ausgebaut werden müsste. Allerdings erfordert die Verlegung der Schwelle eine Genehmigung, die nun beantragt ist.

Die Verlegung der Landeschwelle beantragen zu wollen, hatte die Geschäftsführung des Flughafens bereits im vergangenen Jahr bestätigt. Die Bezirksregierung Münster gibt das Eingangsdatum der Anträge mit dem 29. Mai an. Zunächst werde nun die Vollständigkeit der Unterlagen geprüft.

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