Landebahnverlängerung: Behörde sieht keine „erheblich nachteiligen“ Folgen für die Umwelt

dzFlughafen Dortmund

In der Frage um eine mögliche Verlängerung der Landebahn am Flughafen Dortmund hat die Bezirksregierung Münster eine entscheidende Vorprüfung abgeschlossen. Das Ergebnis dürfte in Unna nicht auf Begeisterung stoßen.

Unna

, 03.08.2020, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Welche Folgen könnte es für die Umwelt haben, wenn Flugzeuge am Flughafen Dortmund künftig 300 Meter näher an Unna aufsetzen? Die Haltung der Bezirksregierung Münster zu dieser Frage ist für Unna keine gute Nachricht. Denn wie die Behörde jetzt mitteilt, habe eine Vorprüfung ergeben, dass durch die geplante Verlegung der Landeschwelle keine erneute Pflicht zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht.

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Eine solche Prüfung zielt darauf ab, ob ein geplantes Vorhaben - in diesem Falle die Verlegung der Landeschwelle um 300 Meter nach Osten - Menschen, Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt beeinträchtigen kann. Ein solches Verfahren wurde im Jahr 2000 bereits durchgeführt, als die Startbahn auf 2000 Meter verlängert werden sollte. Die damalige Umweltverträglichkeitsprüfung sei „umfangreich“ gewesen und habe „alle Aspekte umfasst“, so die Bezirksregierung Münster. „Allein durch eine mögliche Verlegung der Schwelle werden keine solchen zusätzlichen oder erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen erwartet, die eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung auslösen“, heißt es in der Mitteilung.

Kein Indiz für Art des Zulassungsverfahrens

Diese Erkenntnis sei kein Indiz dafür, ob der Flughafen Dortmund für die Schwellenverlegung in ein Plangenehmigungs- oder ein Planfeststellungsverfahren gehen müsse, betont die Bezirksregierung. Dies werde erst im nächsten Schritt entschieden, nachdem jetzt erst betroffene Städte und Kommunen, Naturschutz- und Industrieverbände beteiligt werden sollen. Entscheidet die Bezirksregierung Münster, dass für die Schwellenverlegung ein Planfeststellungsverfahren notwendig ist, bedeutet dies ein aufwendiges Beteiligungsverfahren mit einem Erörterungstermin für alle, die von der Schwellenverlegung betroffen wären - und es könnte dann mehrere Jahre dauern, bis tatsächlich eine Entscheidung gefällt wird.

Endgültige Entscheidung nicht vor Oktober

Auch wenn die Behörde betont, mit der Erkenntnis, dass keine Pflicht zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht, keine Vorentscheidung im Bezug auf das Zulassungsverfahren getroffen zu haben, dürfte man in Unna jetzt noch gespannter auf die endgültige Entscheidung warten. Denn generell gilt, dass ein Planfeststellungsverfahren immer dann eingeleitet werden muss, wenn ein Vorhaben einer Umweltverträglichkeitsprüfung bedarf. Die Nachricht, dass dies für die Schwellenverlegung nicht gilt, dürfte bei den Flughafengegnern für Enttäuschung sorgen.

Eine Entscheidung über die Art des Zulassungsverfahrens sei nicht vor Oktober 2020 zu erwarten, sagt die Bezirksregierung Münster.

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