Flughafen Dortmund will den Unnaern mit seiner Piste ein wenig näher kommen

Antrag in Arbeit

Der Flughafen Dortmund nimmt seine nächste Ausbaustufe in Angriff. Für die Verlegung der sogenannten „Landeschwelle“ um 300 Meter gen Unna sollen noch in diesem Jahr die Anträge gestellt werden.

Unna, Holzwickede

, 21.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flughafen Dortmund will den Unnaern mit seiner Piste ein wenig näher kommen

Anfang März hatte Whizz-Air in Hamburg den ersten Flieger der neuen Baureihe A321neo in Dienst gestellt. Bis 2026 soll er die A320-Modelle ersetzt haben. Dann muss Dortmund den Piloten der ungarischen Gesellschaft eine längere Landebahn bieten können. © Airbus

Der nächste Ausbau der Piste am Dortmunder Flughafen würde keinen Bagger erfordern, sondern nur eine behördliche Genehmigung. Um seine effektiv nutzbare Landebahn zu verlängern, will der „Dortmund Airport 21“ die sogenannte „Landeschwelle“ verschieben. Ein entsprechender Antrag bei der Genehmigungsbehörde soll noch in in diesem Jahr erfolgen, erklärte Dietmar Krohne vom Dortmunder Flughafen jetzt im Umweltausschuss der Anliegergemeinde Holzwickede.

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Die Landeschwelle markiert den Punkt, ab dem landende Flugzeuge auf der Piste aufsetzen können. Heute teilt dieser Puffer 300 Meter von dem Asphaltbauwerk ab. Diese 300 Meter nutzbar zu machen, würde den Flughafen auch für größere Flugzeuge tauglich machen. Allerdings würden die Flieger beim Landeanflug über der Bebauung in der Einflugschneise schon etwas tiefer einschweben. Bei einem Sinkwinkel von fünf Prozent hätten die Nachbarn die Flieger künftig noch einmal 15 Meter tiefer über ihren Köpfen. Betroffen wären vor allem die Menschen am östlichen Ende des Flughafengeländes. Im Westen stehen dem tieferen Anflug die Hochspannungsmasten im Weg.

Flughafen Dortmund

Drei Zahlen zur Pistenlänge

  • Als Bauwerk ist die Start- und Landebahn des Dortmunder Flughafens sogar 2.300 Meter lang. Aber: Am Anfang und am Ende gibt es einen Sicherheitspuffer von je 150 Metern, der definitiv nicht nutzbar ist.
  • 2.000 Meter gibt der Flughafen daher als Gesamtlänge der Start- und Landebahn an.
  • Für Landungen ist die „Landeschwelle“ als frühester Aufsetzpunkt auf der Piste noch einmal um 300 Meter nach hinten verlegt. Die effektiv nutzbare Landestrecke beträgt daher 1.700 Meter.
Einige Flugzeuge dürfen daher gar nicht oder zumindest bei Regen oder mit voller Beladung nicht landen. Das heißt nicht unbedingt, dass es nicht möglich wäre. Die Zulassungsregeln für die Modelle geben entsprechende Bedingungen vor.

Krohne gab einen Einblick in ein neues Schallgutachten, das Teil der Antragsunterlagen werde. Demnach würde sich die Lärmbelastung in einem Maße erhöhen, das laut Lärmschutzgesetz als „unwesentlich“ einzustufen sei. Der Gutachter rechne für Unna-Massen mit einer Erhöhung um 0,5 dB(A). Drei dB(A) empfindet das menschliche Gehör als Verdoppelung der Schallquellen.

Angestrebt wird die Verlängerung der Landestrecke vor allem für Landungen des neuen Airbus-Modells A321neo. Dieses Flugzeug soll künftig das Standardmodell der Flotte von Whizz-Air darstellen. Bis zum Jahr 2026 will Whizz den heutigen A320 ausgetauscht haben. Der Nachfolger braucht die längere Landestrecke zumindest bei schlechtem Wetter.

Ohne die Flieger von Whizz wäre es in Dortmund sehr still

Whizz stellt in Dortmund 65 Prozent aller Flüge. Dementsprechend bedeutend ist für den Flughafen die Genehmigung der Landeschwellenverlegung. Bauliche Anpassungen in der Instrumentenausstattung der Piste, die für eine Verschiebung der Landeschwelle erfolgen müssten, hat der Flughafen bereits umgesetzt. Nun hängt alles vom Erfolg des bevorstehenden Antrages bei der Bezirksregierung in Münster ab.

Der Flughafen argumentiert damit, dass die Umstellung auf den A321neo auch die Belastungen für Mensch und Umwelt reduziere. Moderne Flugzeugtriebwerke seien leiser und sparsamer. Zuletzt sorgte der A321neo allerdings auch für eine Negativ-Schlagzeile: Die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat im Juli bekannt gegeben, dass der A321neo in bestimmten Fluglagen ungewöhnlich reagieren könne. Airbus arbeite derzeit an einer Überarbeitung der Steuerungssoftware, die im 3. Quartal 2020 fertig werden soll.

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