VDM wird nach Spanien verkauft - die 450 Arbeitsplätze in Unna sollen sicher sein

dzMetallindustrie

Der Metallspezialist VDM wechselt schon wieder den Besitzer. Ein spanischer Stahlriese ist der Käufer. VDM unterhält auch in Unna ein großes Werk. Die Arbeitsplätze dort sollen nicht in Gefahr sein.

Unna

, 09.11.2019, 14:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die VDM Metals Gruppe, die 450 Mitarbeiter in Unna-Königsborn beschäftigt, soll verkauft werden: an die spanische Firma Acerinox. Sie hat insgesamt rund 7000 Mitarbeiter und produziert Stahl in Spanien, Südafrika und den USA. Bisher gehörte VDM dem Investmentunternehmen LGV.

Offenbar handelt sich bei dem Verkauf einmal mehr um eine Veränderung, die VDM eher nützen als schaden kann. Die Arbeitnehmervertreter seien zuversichtlich, dass der Verkauf an einen strategischen Investor der VDM-Belegschaft und jedem einzelnen deutschen Standort eine langfristige Perspektive biete, heißt es in einer Mitteilung des Betriebsrats. Er werde regelmäßig an Verkaufsgesprächen beteiligt.

Zusage: Kein Personalabbau

„In einem ersten Austausch wurde dem Konzernbetriebsrat bereits mitgeteilt, dass keiner der deutschen Standorte in Frage gestellt wird“, so die Mitteilung weiter. Ebenfalls sei ein Personalabbau im Zusammenhang mit dem Verkauf von VDM ausdrücklich verneint worden. In den kommenden Wochen soll es weitere Gespräche mit dem spanischen Management geben, bei denen der Betriebsrat die Interessen der Belegschaft vertreten werde.

Eine Reihe von Eigentümern bisher

VDM hat in seiner langjährigen Geschichte schon mehrfach den Eigentümer gewechselt. Der Finanzinvestor LGV hatte die VDM Metals Group im Jahr 2015 übernommen. Zuvor hatte der Metallspezialist mit Hauptsitz in Werdohl kurz dem finnischen Outokompu-Konzern gehört, davor wiederum lange dem deutschen Stahlriesen Thyssen Krupp. Gegründet worden waren die „Vereinigten Deutschen Metallwerke“ 1930. 1972 war das Schmelz- und Gießwerk in Unna in Betrieb gegangen.

Verkauf 2018 war geplatzt

LGV hatte im Zuge der Übernahme 2015 angekündigt, VDM nur für ein paar Jahre zu halten. Eigentlich sollte das Unternehmen an den luxemburgischen Stahlkonzern Aperam verkauft werden. Dieses Geschäft platzte aber Ende 2018: Es gab kartellrechtliche Bedenken der Europäischen Kommission. Die Übernahme durch einen strategischen Investor galt schon früher als Chance zur Weiterentwicklung. So investierte LGV einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in neue Technik für VDM, wie es 2018 hieß.

VDM stellt Hochleistungswerkstoffe her, die unter anderem in der Luftfahrt eingesetzt werden, in der Automobil-, Öl und Gasindustrie, der Elektronik und Medizintechnik. VDM Metals hat weltweit 1950 Mitarbeiter, davon 1650 in Deutschland, 450 in Unna-Königsborn. Die deutschen Werke sind in Altena, Siegen, Unna und Werdohl, die ausländischen in den USA.

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