Filetshop in Unna bleibt auch nach den Corona-Lockerungen geschlossen

dzGastronomie

Der Filet-Shop am Königsborner Tor in Unna öffnet nicht mehr. Offenbar hat die Corona-Krise in Unna ein weiteres Opfer im Gastronomie-Bereich gefordert.

Unna

, 16.06.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor knapp drei Jahren hat der Filetshop in Unna eröffnet, nun bleibt das Lokal am Königsborner Tor nach den Corona-Lockerungen langfristig geschlossen. Das bestätigt der Eigentümer des Ladenlokals an der Bahnhofstraße.

Lage seit Corona „sehr problematisch“

„Der Laden ist zu. Jetzt müssen wir sehen, wie es weitergeht“, sagt Walter Kratz. Den Kontakt zum Betreiber beschreibt er als „sehr spärlich“, mehr Informationen habe er nicht.

Dass die Lage wegen der Corona-Krise zuletzt aber „sehr problematisch“, gewesen sei, bestätigt der Vermieter: „Durch die Einschränkungen hat sich einiges verändert. Wenn man den Laden nur zu 50 Prozent belegen kann, schafft man keinen Umsatz mehr.“

Der Filetshop in Unna bleibt längerfristig geschlossen, wie es von den Vermietern des Ladenlokals heißt.

Der Filetshop in Unna bleibt längerfristig geschlossen, wie es von den Vermietern des Ladenlokals heißt. © Borys Sarad

Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen: Der Filetshop, eine moderne Mischung aus Spezialfleischerei, Feinkostgeschäft und Restaurant, sollte die Kunden mit hochwertigen Steaks aus aller Welt begeistern. Dieses Konzept hatte der Gründer Martin Hesterberg im Jahr 2011 erfunden und so auch in seinem ersten Geschäft in Dortmund umgesetzt. Mit dem Standort Unna wollte er das Geschäftsmodell weiterentwickeln. Dazu hatte er den ehemaligen Filetshop-Mitarbeiter aus Dortmund, Enis Akbuga, mit ins Boot geholt. Dieser hat den Betrieb in Unna dann als Einzelunternehmer übernommen.

Betreiber der Filiale nicht mehr zu erreichen

Nun sei Akbuga aber nicht mehr zu erreichen – weder für Vermieter Walter Kratz, noch für Filetshop-Gründer Martin Hesterberg: „Enis Akbuga meldet sich seit geraumer Zeit nicht mehr auf meine Anrufe, Nachrichten und Emails zurück“, sagt Hesterberg auf Anfrage unserer Redaktion.

Er vermutet hinter der dauerhaften Schließung eine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung. Als Indiz dafür nennt er die Inanspruchnahme seiner persönlichen Bürgschaft, die von der entsprechenden Leasingfirma bei ihm geltend gemacht worden sei: „Somit bin ich selbst schwerwiegend involviert, ohne Details oder auch nur halbwegs aktuelle Informationen zu kennen“, sagt er.

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Mehr dazu will Hesterberg aber nicht sagen: „Da der Filetshop Unna eine eigenständige Filiale mit einer Einzelunternehmung dahinter ist, kann auch nur der Betreiber verbindliche Aussagen zum aktuellen Status machen.“ Auch Walter Kratz äußert nicht dazu, ob der Betreiber zuletzt noch die Miete gezahlt habe: „Das will ich privat halten“, sagt er.

Auch für unsere Redaktion war Enis Akbuga trotz mehrfach versuchter Kontaktaufnahme nicht erreichbar.

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