Festnahme: Diese falschen Polizisten nehmen keine Senioren mehr aus

dzSechs Monate ermittelt

Sie rufen an, geben sich als falsche Polizisten aus und versuchen, an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Nun hat die Polizei vier Männer festgenommen. Und die kommen sogar aus der Region.

Unna

, 11.09.2019, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Polizei im Kreis Soest ist ein Schlag gegen eine mutmaßliche Betrügerbande gelungen. Monatelange Ermittlungen haben zur Festnahme von vier Männern geführt, die sich auch in Unna als falsche Polizisten ausgegeben haben sollen, um Geld zu erbeuten. Die Verdächtigen haben offenbar ein Geständnis abgelegt und neben den nachgewiesenen auch weitere Taten eingeräumt.

163 Anrufe an nur einem Tag erfasst

Wie die Polizei Soest mitteilt, haben sie schon seit einer Weile zahlreiche Anrufe von falschen Polizisten beschäftigt. Allein am 26. August zählten die Ermittler 163; glücklicherweise waren die Täter dabei in nur einem Fall erfolgreich.

80-jähriges Ehepaar übergab Barfeld, EC-Karten und Schmuck

Den umfangreichen Ermittlungen war ein Fall im März vorausgegangen. Ein über 80 Jahre altes Ehepaar aus der Gemeinde Bad Sassendorf erhielt damals Anrufe von einem Mann, der sich als Oberkommissar Schwarz ausgab und die Senioren mit Informationen über einen mutmaßlich bevorstehenden Einbruch verunsicherte. Deshalb müsse man nunmehr wertvolle Gegenstände sichern, um sie dem Zugriff der Täter zu entziehen. Nach anfänglicher Skepsis ließen die Eheleute sich überzeugen. Sie übergaben einem falschen Polizeibeamten an der Haustür Bargeld, noch dazu EC-Karten und Schmuck. Mit den EC-Karten gelang es den Tätern, an verschiedenen Geldautomaten Bargeld abzuheben.

Untersuchungshaft für drei der vier Verdächtigen

Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig, die Polizei blieb jedoch hartnäckig und konnte nun nach sechs Monaten den Erfolg in Form der Festnahme vermelden: vier Männer im Alter von 22 bis 23 Jahren aus dem Kreis Soest. Drei von ihnen wanderten umgehend in die Untersuchungshaft. „Im Rahmen ihrer Vernehmungen räumten sie die vorgeworfenen Taten ein und machten darüber hinaus noch Angaben zu weiteren Fällen“, heißt es im Polizeibericht.

Tipps der Polizei: So verhält man sich richtig

Die Polizei nimmt den Ermittlungserfolg zum Anlass, noch einmal Verhaltenshinweise zu geben. „Die Polizei ruft niemals an, um nach ihrem Geld oder Schmuck zu fragen“, heißt es da. „Geben Sie am Telefon keinesfalls private Daten von sich bekannt. Dazu zählen auch Namen von Versicherungen oder Geldinstituten. Im Zweifel gilt immer: Auflegen und keine Fremden in die Wohnung lassen. Bei angekündigten Besuchen sollten Freunde zur „Verstärkung“ hinzugezogen werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich eine Privatnummer zulegen.

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