Die Männer der Straßenmeisterei Unna sind um ihren Job nicht immer zu beneiden. Außer, wenn sie ihren „Herbhy“ fahren. Mit dem ferngesteuerten Rasenmäher machen sich die Arbeiter aus dem Staub.

Unna

, 09.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Werkzeug von Ingo Mehringskötter scheint aus dem Spielzeugladen zu kommen. Ein Hebelchen für Vorwärts-Rückwärts, eines für die Seitensteuerung, dazu noch ein paar Drehregler – fast wie die Fernbedienung eines Modellautos.

Nur das Fahrzeug, das der Kolonnenführer von Straßen NRW mit dieser Funksteuerung vom Anhänger rollen lässt, ist etwas größer als das Spielzeugauto aus Kindertagen. 40 PS stark und dröhnend laut schleppt sich „Herbhy“ auf zwei Antriebsketten aus Gummi zum Dienst.

Der Mähroboter ist seit vergangenem Jahr im Einsatz bei der Straßenmeisterei Unna. Dieser Tage sieht man ihn häufig an Landes- und Bundesstraßen in der Region. Dass ihn die Männer so gerne einsetzen, hat nicht nur mit seiner spielerischen Bedienung zu tun – aber auch, wie Mehringskötter versichert. „Ihn zu fahren, macht schon Spaß. Schön ist aber auch, dass man etwas mehr aus dem Staub raus ist.“

Trockene Böden in Unna: Rasenmähen ist zurzeit sehr staubig

Denn Staub wird kräftig aufgewirbelt beim Einsatz professioneller Rasenmäher. Die Böden sind trocken, das Schneidwerk deutlich kräftiger als bei Rasenmähern für den Privateinsatz. 1,50 Meter Schnittbreite hat „Herbhy“. Wer einen Aufsitzmäher fährt, kann sich nach dem Arbeitstag an die Teppichstange hängen und ausklopfen lassen. Den „Herbhy“ aber kann Ingo Mehringskötter auch aus der Distanz steuern.

200 Meter beträgt die Reichweite der Fernbedienung. Das ist natürlich ein Wert, der in der Praxis nicht ausgenutzt wird. „Ich muss ja sehen, was ich schneide“, erklärt Mehringskötter. Und „Herbhy“ ist nicht dafür gekauft worden, um Strecke zu machen. Seine Stärke ist die Wendigkeit.

Ein ferngesteuerter Rasenmäher punktet durch Wendigkeit

Verglichen mit einem ferngesteuerten Spielzeugauto ist der Mähroboter ein Koloss. Im Vergleich zu normalen Balkenmähern ist er sehr kompakt. Vor allem aber kommt „Herbhy“ überall durch. Mit seinem Kettenantrieb dreht er sich auf der Stelle. Böschungen bis zu 55 Grad kann er meistern – egal, ob er sie senkrecht oder seitlich anfährt. Bei einem Aufsitzmäher bestünde längst Kippgefahr. „Herbhy“ nimmt sie lässig.

Herbhy zu fahren ist eine laufintensive Arbeit

Arbeit ist der Umgang mit dem Gerät immer noch. Sie ist zwar nicht mehr so staubig, aber immer noch laut. Gehörschutz und Brille gehören für den Bediener zur vorgeschriebenen Ausrüstung. Der Vorteil, nicht mehr im Staub sitzen zu müssen, bedeutet auch einen gravierenden Nachteil: Der Fahrer sitzt gar nicht mehr. Er hat eine gehende Tätigkeit.

Auf freier Strecke mäht „Herbhy“ das Grün mit bis zu sieben Stundenkilometern nieder. Wer ihm mit der Fernbedienung folgt, macht ordentlich Meter und muss ziemlich gut zu Fuß sein.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Ordnungsdienst

Auf Streife in der Stadt: Unnas Ordnungsdienst holt jede Woche zwölf Radfahrer vom Sattel

Hellweger Anzeiger Kalenderaktion

Für die Stadtkirche: Jury hat die Motive für den Unnaer Benefiz-Kalender 2020 ausgesucht

Meistgelesen