Schwimmlehrerin Isabelle Grote zeigt Sajjoud, wie sie sich über Wasser hält. Bei den Schwimmkursen im Bornekamp-Bad, die die Bürgerstiftung finanziert, wird jedes Kind individuell gefördert. © Marcel Drawe
Schwimmen lernen

Ferien-Schwimmkurse der Bürgerstiftung Unna werden überrannt

Theorie, Praxis, Baderegeln: Im Freibad Bornekamp gibt es diesen Sommer wieder spendenfinanzierte Kurse für Kinder. Die Nachfrage ist in diesem Jahr riesig, die Organisation eine Herausforderung.

Vom Nichtschwimmer zur Wasserratte: Das will die Bürgerstiftung Unna in Zusammenarbeit mit dem Freibad Bornekamp Schülerinnen und Schülern in der Ferienzeit ermöglichen. Zum dritten Mal finden daher spendenfinanzierte Schwimmkurse statt. Wobei nicht jeder Teilnehmer ein Nichtschwimmer ist, erklärte Isabelle Grote.

„Viele Kinder haben in der Schule schon was gelernt, da fehlt dann nur der Feinschliff. Und oft ist es auch so, dass die, die gut schwimmen können, das mit dem Tauchen noch nicht so gut hinbekommen und umgekehrt.“

Angebot zeigt einen positiven Effekt

Die Schwimmtrainerin hilft zusammen mit ihren Geschwistern Johannes und Emanuel im Bornekamp-Bad aus, um die Kurse anbieten zu können, und das hat auch einen Effekt. „Die Schulen melden uns zurück, dass das richtig was bringt. Man würde den Sprung, den die Kinder in den Kursen machen, wirklich merken“, erläuterte Ortrun Schulz-Hartmann von der Bürgerstiftung. Auch bedankte sie sich bei den Schulen, dass diese die Kurse bekannt gemacht und die Anmeldungen entgegengenommen hatten.

Einziger Wermutstropfen ist, dass nachdem es anfangs mehr Interessenten als freie Plätze gab, am Ende nur etwa die Hälfte der Kinder, nämlich 32, auch tatsächlich zu den Kursen erschienen waren.

Jedes Kind hat gelernt, was es braucht

Gelernt wurden Theorie und Praxis, Baderegeln sowie Schwimmtechniken, dabei sei es oft einfach die Kraft, die den Kindern noch fehle, um die Voraussetzungen für das Sehpferdchen zu erfüllen, so Schwimmlehrerin Grote. „Mir gefällt das sehr gut, es macht auf jeden Fall Spaß“, stellte auch der neunjährige Sami fest. Ihm halfen das tiefere Schwimmbecken und der intensivere Kontakt mit den Trainern, um sich im Wasser deutlich zu verbessern.

Schwimmlehrer Johannes Grote (r.) ist mit großen Einsatz bei der Sache. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Das Freibad Bornekamp erweiterte das Schwimmtraining auch noch dadurch, dass die Familien der Kinder eingeladen waren, kostenlos den Tag im Schwimmbad zu verbringen.

Außerdem gab es nach dem regulären Schwimmunterricht auch noch einen Kurs für geflüchtete Kinder. Schwimmlehrer Soheil Khodabandehlo hat selbst eine Migrationsgeschichte und konnte daher nicht nur die Sprachbarriere überwinden, sondern auch das Vertrauen der acht jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewinnen, die zum Teil noch nie Schwimmunterricht hatten.

Die Bürgerstiftung Unna bittet für dieses und weitere Projekte um Unterstützung aus der Bevölkerung, da durch die schlechte Zinslage derzeit kaum etwas aus dem Kapital der Stiftung erwirtschaftet werden kann. Spenden können auf das Stiftungskonto überwiesen werden. IBAN: DE 97 4435 0060 0000 0880 88.

Lehrermangel im Wasser

Man sei glücklich, die Schwimmkurse anbieten zu können, so Jessica Mense, Vorsitzende des Freibad-Bornekamp-Vereins. Der Hintergrund ist, dass während der Corona-Monate viele Schwimmlehrer und Rettungsschwimmer weggefallen sind. Viele haben sich wohl eine andere Arbeit gesucht, als die Bäder schließen mussten. Außerdem gäbe es das Problem, dass viele Studenten ihre Prüfungen nicht bestehen, vermutlich ebenfalls durch die erschwerten Bedingungen durch Corona. Bedarf währe jedenfalls da, die Nachfrage nach Schwimmunterricht sei derzeit sehr groß.

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