FDP sieht Schuld am Ende der „Stadtlichter“ bei der Stadt Unna

dz„Skandalöser Umgang“

Nach dem Aus der Lichtkunstaktion auf dem Westfriedhof dürfe sich die Stadt nicht aus der Verantwortung ziehen, meint die FDP. Der Umgang mit Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld sei skandalös.

Unna

, 19.09.2019, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Echte Unterstützung sieht für FDP-Fraktionschef Günter Schmidt anders aus: Die Liberalen finden es nicht nur schade, dass Wolfgang Flammersfelds „Stadtlichter“ Geschichte sind, sondern sie halten es für „skandalös, wie mit einem engagierten und steuerzahlenden Arbeitgeber umgegangen wird“.

Schuldzuweisungen an die Stadt

Mit ihrer Stellungnahme reagiert die FDP auch auf Äußerungen der für Kultur zuständigen Beigeordneten im Rathaus, Kerstin Heidler. Sie hatte vor dem Kulturausschuss betont, dass Unna die Arbeit von Wolfgang Flammersfeld nach Kräften unterstützt habe. Doch die FDP widerspricht – und wirft der Stadtverwaltung die Hauptverantwortung für Flammersfelds Abschied aus Unna vor.

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„Wolfgang Flammersfeld rückte Unna seit Jahren ins rechte Licht. Er illuminierte den Westfriedhof auf immer wieder betörende Weise, eine Hommage an die Lichtkunststadt Unna“, hebt Fraktionschef Schmidt zu einer regelrechten Wutrede an.

„Das Ganze kostete die Stadt keinen Cent und machte Unna überregional bekannt, zog sogar Interessierte an, die während ihres Besuches in Unna hier und da einkehrten und so die heimische Wirtschaft ankurbelten. Und was geschah in der Verwaltung? Herr Flammersfeld musste im Ausschuß der Stadtbetriebe darlegen, dass seine Lichtkunst nicht die Ruhe des Friedhofs stört. Die Veranstaltung muss jedes Jahr bis zu einem festen Zeitpunkt beantragt werden, damit sie stattfinden kann. Zudem musste er 2500 Euro Miete zahlen, um den Turrellbau künstlerisch ins rechte Licht zu rücken. An der Möhnetalsperre hat er damals sicher Geld dafür bekommen.“

„Andere Städte bewerben sich bei ihm“

Unna verkenne offenbar, welchen Wert die Arbeit Flammersfelds für die Stadt hatte. Die Schau in seiner Heimatstadt sei die kleinste im Kalender des Unnaer gewesen und sicherlich aus der persönlichen Verbundenheit zu erklären gewesen.

Andere, deutlich größere Städte, müssten sich derweil darum bewerben, dass Flammersfeld sie mit seiner Arbeit in Szene setzt.

Sein Entschluss, die Stadtlichter in Unna künftig nicht mehr zu veranstalten, sei vor diesem Hintergrund nur zu verständlich, meint Schmidt. Das unglückliche Ende durch den Technikdiebstahl am Montag komme noch hinzu. Vor allem aber habe „die Stadt Unna mal wieder eine gute und schöne Sache in den Sand gesetzt“, so Schmidt.

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