So will Unna gegen Fahrradklau und Vandalismus am Bahnhof Königsborn vorgehen

dzVerkehrswende

Am Bahnhof in Königsborn wird das Fahrrad zum Verbrauchsgegenstand. Wer es dort abstellt, um auf die Bahn umzusatteln, ist gut beraten, sich mit billigen Alträdern einzudecken. Doch es gibt Hoffnung.

Unna

, 04.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gefahr, sein Fahrrad durch Diebstahl oder Vandalismus abschreiben zu müssen, ist am Bahnhof in Königsborn enorm. Das Risiko für die abgestellten Räder ist an den nicht mehr fahrbereiten Reststücken zu erkennen, die an den Fahrradständern festgekettet bleiben. Und indirekt sieht man es auch an den Abstellbügeln, die gar nicht genutzt werden.

Manche Nutzer trotzen dem Verlustrisiko, indem sie für die Fahrt zum Königsborner Bahnhof ausschließlich auf billige Zweiträder aus Versteigerungen oder dem Gebrauchtmarkt setzen. Viele schreckt die Situation aber vermutlich auch ganz ab. Die Idee, Fahrrad und S-Bahn „intermodal“ zu verknüpfen, wird vom Vandalismus untergraben.

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Inzwischen allerdings kommt Hoffnung auf, dass sich an der Lage etwas ändert – endlich. Königsborns Ortsvorsteher Wolfgang Ahlers erinnert an einen Workshop im Bahnhofsgebäude, der schon vor gut zwei Jahren die Chancen durch den Bau des Radschnellwegs RS1 entstehen könnten. Schon damals war das Problem sicherer Fahrradparkplätze thematisiert worden.

Förderantrag gestellt – aber noch nicht bewilligt

Aktuell hat die Stadt einen Förderantrag gestellt, der den Bau einer Radstation finanzieren soll. Die Idee: Allein ein Zaun mit einer Zugangsberechtigung für Nutzer könnte die Sicherheit deutlich erhöhen. Denkbar, aber noch nicht ausgemacht, ist eine Einbindung in das Chipsystem der Radstationen in der Innenstadt.

Wann ein Umbau erfolgen mag, hängt natürlich auch von der Bewilligung der Fördermittel ab. Zudem plant die Stadt auch weitere Fahrradabstellanlagen am Bahnhof in Lünern. Königsborns Ortsvorsteher Wolfgang Ahlers jedenfalls fordert für seinen Ort eine baldige „Ertüchtigung“ der heutigen Abstellanlage.

Ahlers: Sicheres Fahrradparken schon vor dem RS1-Anschluss

„Wann der RS1 kommt weiß keiner genau, aber die Fahrradabstellanlage ist schon vorhanden“, erklärt Ahlers. „Wenn Unna das System Park and Ride am Bahnhof Königsborn interessant machen will, wird eine funktionierende Radstation benötigt – eine Station, in der ich mein Fahrrad am Abend so vorfinde, wie ich es am Morgen abgestellt habe.“

Die Perspektiven des RS1 in der Region sind tatsächlich noch unklar. Offenkundig wird der Abschnitt durch den Kreis Unna als einer der letzten in Angriff genommen. Zudem ist die bisherige Trassenplanung gerade für den Bahnhof Königsborn unbefriedigend, da der Radweg jenseits der Bahngleise verlaufen würde.

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