Touren, Tipps und Politik: So will der ADFC in Unna die Verkehrswende ankurbeln

dzVerkehr

Das Fahrrad wird oft unterschätzt – vor allem von denen, die es nur bei Freizeitfahrten einsetzen. Der ADFC in Unna will Nicht- und Wenig-Radlern nun vor Augen führen, was das Fahrrad alles kann.

Unna

, 03.02.2020, 13:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer es selbst nicht anders erfahren hat, traut entweder dem Fahrrad selbst oder der eigenen Form erstaunlich wenig zu. Das Fahrrad nicht nur für Freizeitzwecke einzusetzen, sondern als Verkehrsmittel im Alltag – das gilt immer noch als Praxis hartgesottener Überzeugungstäter. ADFC-Mitglieder wissen aber: Das Fahrrad kann mehr. Und das soll nun auch der breiteren Öffentlichkeit klar gemacht werden.

Im Veranstaltungs- und Tourenprogramm der Unnaer Ortsgruppe zieht sich das Thema „Verkehrswende“ durch das ganze Jahr. Über 100 Touren geben Gelegenheit, den Aktionsradius des pedalbetriebenen Zweirades zu testen. Dabei führt der ADFC mit subtilen Hilfen über die Grenzen dessen hinaus, was dem Rad gemeinhin zugetraut wird.

Touren, Tipps und Politik: So will der ADFC in Unna die Verkehrswende ankurbeln

Die „Bike Night“ ist vielleicht die ungewöhnlichste Radtour des ADFC Unna. Radfahrer verwandeln ihr Gefährt in einen rollenden Weihnachtsbaum, um damit durch die Nacht zu kurven. In diesem Jahr ist das für den 20. Mai vorgesehen. © Sebastian Pähler

150 Kilometer mit dem Rad (und vielleicht der Bahn)

Am 1. Mai etwa bietet er eine Tour zur Pott‘s-Brauerei in Oelde an, deren Fahrtstrecke an sich 150 Kilometer betragen würde. Wer es sich zutraut, darf sich entweder an der vollen Distanz versuchen oder auf der Rückfahrt testen, wie gut sich Fahrrad und Eisenbahn miteinander verbinden lassen. Generell versieht der ADFC die Touren in seinem neuen Faltblatt mit Hinweisen zum Schwierigkeitsgrad.

Jetzt lesen

So taugt das Fahrrad als Reisemittel

Neben der Selbst-Erfahrung bietet der ADFC aber auch Berichte von Praktikern, deren Beispiel Schule machen könnte. Am 18. Februar etwa berichten Mitglieder und Gäste im Zentrum für Information und Bildung von ihren Fahrradreisen. Der Abend ab 19 Uhr soll erfahrenen Radreisenden Inspirationen bieten, aber auch Einsteigern zeigen, dass selbst normal-sportliche Menschen mit dem Fahrrad in den Urlaub fahren können.

Am 10. März geht es im ZIB dann zusammen mit einem Stadtplaner um die Vorteile und Chancen einer autoarmen Innenstadt.

Köpfe zusammenstecken für die Verkehrswende

Neu unter den regelmäßigen Veranstaltungen des ADFC in Unna ist nun eine „Offene Gesprächsrunde zur Verkehrswende“, in die sich jeder Bürger auch ohne Mitgliedschaft einbringen kann. Der Gedankenaustausch läuft immer am ersten Dienstag eines Monats ab 16 Uhr im Umweltberatungsbüro am Rathaus. Er ergänzt das regelmäßige Treffen zur Radpolitik, das weiterhin am dritten Dienstag eines Monats um 18 Uhr an gleicher Stelle läuft. Überdies gibt es an jedem Dienstag von 17 bis 18.30 Uhr eine Fahrradberatung, bevor die Radler abends um 19 Uhr zum eher geselligen Treff in den benachbarten Katharinenhof wechseln.

Jetzt lesen

Planen und diskutieren weckt allerdings nicht allein die Lust aufs Radfahren. Und so ist das Jahresprogramm des ADFC auch eine Einladung für eine schöne Freizeitgestaltung. Dass die Fahrradsaison in Unna vom 1. Januar bis zum 31. Dezember reicht, verdeutlichen schon Touren im festen Rhythmus: An jedem ersten Sonntag im Monat treffen sich Radfahrinteressierte um 10.30 Uhr zur „Fahrt ins Blaue“ auf dem Katharinenplatz. Wöchentlich gibt es zudem eine Ausfahrt am Donnerstag. Wegen der Lichtverhältnisse läuft sie im Winterhalbjahr ab 10.30 Uhr als Morgentour, von April bis Oktober ab 18 Uhr als Fahrt in den Feierabend. Startpunkt ist auch dabei der Katharinenplatz vor dem Umweltberatungsbüro.

Touren, Tipps und Politik: So will der ADFC in Unna die Verkehrswende ankurbeln

Dieser Urwald liegt auf Unnas Stadtgebiet: Es ist die „Ökozelle“ bei Mühlhausen. © Stefan Milk

Auf tollen Touren die Region erkunden

Neben den regelmäßigen Angeboten gibt es eine große Auswahl an Thementouren, die das Hobby Radfahren mit Ausflügen zu den teils unbekannten Perlen der Region oder mit Geschichtlichem verbinden. Ausflugsfahrten dieser Art führen unter anderem zur Dechenhöhle, zum Möhnesee, in den Wildwald Vosswinkel, zu den Weihnachtsmärkten in Flierich und Barendorf, durch die Hellwegbörde oder das Zwei-Strom-Land an Seseke und Lippe.

Das Faltblatt zum Jahresprogramm gibt es im Umweltberatungsbüro oder als Download.

ADFC-Programm 2020 (2454 kB)

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus
Coronavirus: Kein Grund zur Panik – aber manche kaufen 40 Flaschen Desinfektionsmittel
Hellweger Anzeiger Gymnasium
Ein neuer demokratischer Staat in Unna: PGU-Schüler gründen das „Pestalonische Reich“