Experten prüfen, ob die Müllabfuhr in Unna Seitenladerfahrzeuge einführt

dzStadtbetriebe

Wie sinnvoll ist der Einsatz von Seitenladerfahrzeugen bei der Müllabfuhr? Diese Frage ist in Unna noch nicht beantwortet. Die Stadtbetriebe wollen auf Nummer sicher gehen und nichts einführen, was nicht funktioniert.

Unna

, 14.01.2019, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Jahr 2019 hatten die Stadtbetriebe Ende 2017 als Zielmarke genannt für die Einführung von Seitenladertechnik. Es geht um Fahrzeuge, die von nur einem Fahrer bedient werden. Ein Greifarm schwenkt seitlich aus. Der Fahrer steuert ihn aus seiner Kabine, sodass der Arm die Mülltonne am Straßenrand packt, ihren Inhalt in den „Bauch“ des Fahrzeugs kippt und den leeren Behälter wieder zurückstellt. Der Vorteil: Für die Leerung der Tonnen wird weniger Personal benötigt.

ÜBER 45.000 MÜLLTONNEN

DIESEN AUFWAND HAT DIE MÜLLABFUHR IN UNNA

Die Stadtbetriebe Unna setzen 15 Mitarbeiter in der Abfallentsorgung ein. Hinzu kommen insgesamt drei Kollegen, die Containerstandorte reinigen oder auf dem Servicehof arbeiten. Fünf Müllfahrzeuge - alle Hecklader - sind im Stadtgebiet im täglichen Einsatz. Jedes legt zwischen 60 und 80 Kilometer am Tag zurück, je nach Zuschnitt des Reviers. Anzahl der Tonnen, die die Stadtbetriebe aktuell leeren: Restmüll - 17.071 Biomüll - 10.168 Papier - 18.080

Doch ob und für welche Straßenzüge in Unna diese Wagen zum Einsatz kommen sollen, das lassen die Stadtbetriebe derzeit noch prüfen. Thomas Brüggemann, Bereichsleiter Abfallwirtschaft, berichtet von einer laufenden Organisationsuntersuchung. Ein renommiertes Gutachterinstitut arbeite gerade an einer Datenerhebung und -auswertung. Die Fachleute begleiten auch Touren, um sich ein Bild zu machen von Straßenzuschnitten und dem bisherigen Leerungsaufwand. Im Rahmen dieses Prozesses wollen die Stadtbetriebe in Unna auch von Erfahrungen in anderen Städten profitieren.

Bürger müsste mehr mitarbeiten

Fest steht für Brüggemann, dass die Umstellung auf Seitenladertechnik mehr Mitarbeit des Bürgers erfordern würde. Der Greifarm kann nur auf Tonnen zugreifen, die passend am Straßenrand stehen.

„Vermutlich lassen sich Seitenlader nicht in allen Bereichen des Stadtgebiets einsetzen“, sagt Brüggemann. In der teils engeren Innenstadt hätte der Greifarm sicher nicht überall Platz, um auszuschwenken.

Bei der Organisationsuntersuchung wird nicht nur die mögliche Einführung von Seitenladern geprüft. Das Institut nimmt laut Brüggemann weitere Bereiche der Stadtbetriebe unter die Lupe, etwa auch die Angebote und Öffnungszeiten des Servicehofs. Brüggemann rechnet mit Ergebnissen der Untersuchung im April oder Mai dieses Jahres.

Keine neuen Probleme mit Sackgassen

Das Thema Sackgassen übrigens spielt in Unna aktuell keine Rolle. Aufgrund von schweren Unfällen verbietet eine noch recht junge Branchenregel der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung das Rückwärtsfahren in Sackgassen. In einigen Kommunen wird das neue Regelwerk jetzt umgesetzt, und es führt zu Problemen: Anwohner enger Sackgassen, in die die Müllwagen mangels Wendemöglichkeit nicht mehr hineinfahren dürfen, müssen ihre Tonnen teils einige Hundert Meter weit zu Sammelplätzen rollen. Für Unna aber seien aktuell keine solchen Veränderungen geplant, sagt Brüggemann. Es habe immer schon Sackgassen gegeben, in die die Müllabfuhr nicht hineinfährt, in anderen Straßen funktioniere das bei den eingesetzten Heckladerfahrzeugen. Diese hätten immer auch eine Begleitperson, die den Fahrer einweisen kann.

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