Kirchenkreis informiert Bürger: „Stand jetzt endet die Sanierung 20 Meter über dem Boden“

dzEvangelische Stadtkirche

Die Bauarbeiten schreiten gut voran, das Geld fehlt nach wie vor: Der Evangelische Kirchenkreis hat Unnas Bürger nun über den Sanierungsstand der Stadtkirche informiert. Bald kommt auch der Hahn wieder.

Unna

, 01.09.2020, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Baustelle am Turm der Evangelischen Stadtkirche macht sichtbare Fortschritte: Die Steinmetze arbeiten sich Steinreihe für Steinreihe voran, und auch der neu eingedeckte Turmhelm wird Mitte September wieder sichtbar sein. Dennoch erforderten die aufwendigen Arbeiten am historischen Gemäuer viel Geduld und weitere finanzielle Untersützung, wie der Evangelische Kirchenkreis Unna jetzt mitteilte. Bei einem Informationsabend hat er interessierte Bürger über den Sanierungsstand des beliebten Unnaer Wahrzeichens informiert.

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Dass die Arbeiten an der Stadtkirche aufwendiger als gedacht und die Kosten höher als zuvor kalkuliert sind, war dabei nichts Neues. So berichtete etwa Christoph Schulte, Leiter der kreiskirchlichen Bauabteilung, dass die Ausgaben etwa um zehn Prozent höher seien als zuvor berechnet. „Dieser Wert ist für ein historisches Gebäude jedoch gar nicht schlecht“, sagte er. Und auch Pfarrerin Barbara Dietrich betonte, dass dem Kirchenkreis alles daran läge, die Restaurierung auf dem heutigen Stand der Technik und in hoher Qualität durchzuführen.

Rund 500.000 Euro fehlen noch

Dafür fehlen der Gemeinde aber immer noch rund 500.000 Euro. Dies wirke sich auch auf die noch ausstehenden Bauarbeiten aus, wie Schulte erklärte. „Wir können nur das Geld verbauen, das wir haben. Stand jetzt müssen wir die Sanierung etwa 20 Meter über dem Boden unterbrechen“, sagte er. Bis der letzte Bauabschnitt finanziert ist, müsste die Kirche dann aus Sicherheitsgründen hinter einem Schutznetz oder Gerüst verhüllt bleiben.

Dazu soll es nach Möglichkeit aber gar nicht erst kommen: Deshalb waren die Informationen über die Bauarbeiten an diesem Abend auch mit dem Appell und der Hoffnung verbunden, doch noch an die Mittel zur Finanzierung zu gelangen - sowohl über weitere öffentliche Förderung als auch über Spenden von Bürgern.

Verein zur Erhaltung der Stadtkirche spendet 300.000 Euro

Hans-Peter Wigger, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Evangelischen Stadtkirche, konnte dahingehend eine freudige Nachricht überbringen: 300.000 Euro will der Förderverein der Kirchengemeinde insgesamt für die Sanierung zukommen lassen - ein Betrag, der allein durch Spenden aufgebracht worden sei.

Die Zeitkapsel aus dem Jahr 1862 mit vielen historischen Dokumenten wird am Mittwoch wieder in das Turmkreuz eingesetzt.

Die Zeitkapsel aus dem Jahr 1862 mit vielen historischen Dokumenten wird am Mittwoch wieder in das Turmkreuz eingesetzt. © Archiv

Zunächst gehen die Arbeiten jedoch erstmal wie geplant weiter. Am Mittwoch, 2. September, wird die zuletzt geöffnete Zeitkapsel von 1862 wieder im Turmkreuz eingebracht; hinzu kommt eine weitere Kapsel mit aktuellen Dokumenten. Ab dem 7. September wird dann das Gerüst abgebaut. Dann wird auch der Hahn wieder an seiner alten Stelle sichtbar sein.

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