Die Situation der Familie, die das einsturzgefährdete Haus an der Klosterstraße 69 in Unna in der Nacht zum 21. August räumen musste, ist brisant. Sie sucht ein Zuhause und hofft auf Hilfe.

Unna

, 29.08.2019, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine Art Notruf, den die Frau absetzt, die bis vor gut einer Woche gemeinsam mit ihrem Mann und vier Kindern in dem Haus Klosterstraße 69 lebte. „Wir brauchen Hilfe, suchen dringend eine neue Wohnung“, sagt Jutta P. (Name von der Redaktion geändert).

Wie berichtet, mussten die Mieter das Haus in der Nacht zum 21. August räumen, nachdem es einzustürzen drohte. Aktuell leben sie bei der Mutter der Mieterin in Essen. „Das ist sonst ein Zwei-Personen-Haushalt, jetzt leben wir hier mit acht Personen“, erklärt die Mutter. Der Lebensmittelpunkt der Familie war Unna – und soll es auch wieder werden. „Wir suchen eine neue Wohnung, brauchen aber mindestens vier Schlafräume“, sagt Jutta P. Allein: Der Wohnungsmarkt in Unna ist so umkämpft, dass eine solche Wohnung fast nicht zu finden ist.

„Wir hätten uns gewünscht, dass man nach einer Lösung sucht, die uns wirklich nützt“, erklärt Jutta P. und hat dabei auch ihren Vermieter im Blick. Zu dem gebe es zwar einen fast täglichen Kontakt, doch eine Lösung sei nicht in Sicht. Weder sei der Familie zugesagt worden, dass Hotelkosten übernommen werden könnten, noch habe es zunächst andere Vorschläge gegeben.

Kinder vom Unterricht befreit

In dieser Woche hat die Schule wieder begonnen. Die beiden älteren Kinder der Familie P. aber sind zunächst für zwei Wochen vom Unterrricht befreit. Das wahrlich kann keine Dauerlösung sein, denn die Jugendlichen verpassen nicht nur den ersten Unterrichtsstoff des neuen Schuljahres; es fehlen auch die Kontakte zu den Schulfreunden.

Kontakt

Hilfe bei der Suche

Wer der von der Evakuierung betroffenen Familie mit einem Wohnungsbagebot helfen kann, erreicht diese unter Tel. (0178) 1107660.

Neben der Familie P. helfen auch die Stadt Unna und der Vermieter des Hauses an der Klosterstraße bei der Suche nach einer neuen Wohnung. „Wir haben der Familie zwei Vorschläge gemacht. Einer wurde abgelehnt, zum anderen hat sich die Familie noch nicht geäußert“, erklärte Stadtsprecher Oliver Böer am Donnerstagmittag auf Anfrage. Tatsache sei aber auch, dass mit den beiden Objekten nicht alle Wünsche der betroffenen Famile erfüllt werden könnten.

Vermieter ist zuversichtlich

Auch der bisherige Vermieter hat nach eigenem Bekunden bereits einen Vorschlag gemacht. „Ich habe das Gefühl, dass sich da was tut“, erklärt der Vermieter.

Problematisch ist für die betroffene Familie auch, dass sie das Haus an der Klosterstraße nicht betreten darf. Das ist durch die Bauordnung der Stadt Unna untersagt. Nach ersten Sicherungsmaßnahmen habe nur ein kleiner Teil des Hausstandes herausgeholt werden können, erklärt Jutta P.

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Erst nach weiteren Sicherungsmaßnahmen und einer Freigabe durch die Bauordnung ist ein kompletter Auszug der Familie denkbar. In ihr altes Haus zurückkehren werden sie nicht können. „Wir werden das Haus nicht wieder bewohnbar machen“, erklärt der Hausbesitzer. Das sei wirtschaftlich nicht darstellbar. Am Ende stünde also möglicherweise der Abriss eines der ältesten Wohnhäuser Unnas. Unter Denkmalschutz steht das Haus an der Klosterstraße nicht.

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