Spontaner Besuch aus Brüssel überrascht Hemmerde

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Europa kann so greifbar sein: Hemmerde bekam am Freitag spontan Besuch aus Brüssel. Das Dorf lag auf dem Weg neun junger Pfadfinder – und die überraschten die Sänger des MGV.

Hemmerde

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Tür stand weit offen, schließlich war es warm am vergangenen Freitag, als die Sänger des MGV 1864 Hemmerde in der Arche probten. Plötzlich stand ein Junge in der Tür und sprach die Sänger in gebrochenem Deutsch an. „Er erklärte uns, teils in Französisch, Englisch und Deutsch, dass neun Kinder im Alter von 13 bis 16 Jahre von Brüssel unterwegs in Deutschland waren und nun für die Nacht eine Schlafstelle suchten“, schildert Klaus Tibbe, Sänger des MGV und Ortsvorsteher in Hemmerde, die Begegnung.

Schnell war klar: Die jungen Pfadfinder verbringen die Nacht in Hemmerde. „Nachdem sie Pizza gegessen hatten, wurden die Betten auf dem Boden in der Arche aufgebaut“, erzählt Tibbe, „am Morgen brachte ich ihnen ein Frühstück und erfuhr, dass sie noch einige Tage durch das Sauerland laufen wollten.“

In der nächsten Woche wollten sie in Dortmund sein, von wo es mit dem Zug nach Brüssel zurückgeht. Und so machten sich Vladimir, Verwilghen, Gregare, Antoine, Vermer, Antane, Gaspard, Tlanu und Brienc am Samstag in Richtung Möhnesee auf den Weg. „Vielleicht setzt sich der europäische Gedanke auch auf diesem Weg in den Köpfen der Menschen fest“, äußert Tibbe den Wunsch, der aus dieser spontanen europäischen Begegnung entstand.

Spontaner Besuch aus Brüssel überrascht Hemmerde

Victor, Valentin, Arthur, Eliott, Joseph, Melchior und Victor verbrachten die Nacht im Haus Regenbogen. Auch sie kamen aus Brüssel. © Martina Hitzler

Die jungen Pfadfinder blieben nicht die einzigen europäischen Gäste an diesem Wochenende in Hemmerde: Am Sonntag hatte die Andacht unter dem Motto „Neue Wege gehen“ in der evangelischen Kirche in Hemmerde noch nicht begonnen, als zwei weitere Pfadfinder in die Kirche kamen und Peter Budde auf Französisch ansprachen. Auch sie suchten eine Unterkunft für eine Nacht.

„Nach Absprache mit Pfarrer Volker Jeck öffneten Gillian Scheuer und ich den neun Jungs die Türen des Regenbogens voller Vertrauen, wünschten ihnen eine gute Nacht und verabredeten uns für den nächsten Morgen“, erzählt Presbyterin Martina Hitzler.

Auch diese neun Pfadfinder im Alter zwischen 12 und 18 Jahren befanden sich auf einer Wanderung. Das zentrale Lager vom „Breux de Charlemagne“ mit insgesamt 70 Pfadfindern wurde in Hemer aufgeschlagen. IhreTeam-Aufgabe war es, neun Tage von Dorf zu Dorf zu wandern und dort Unterschlupf zu finden - das gelang gleich zwei Gruppen in Hemmerde.

„Die Jungs waren begeistert vom Haus Regenbogen und haben sich dort sehr wohl gefühlt und sich mehrfach herzlich bei uns bedankt. Wie es sich für Pfadfinder gehört, haben sie das Haus sauber und ordentlich wieder verlassen und uns beim Aufräumen geholfen“, erzählt Hitzler von der Begegnung.

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