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Wenn die Stadt Unna ihre Parkgebührenordnung zum 1. Januar 2019 anpassen will, dann tut sie das nicht (nur) um des Geldes Willen. Sie will auch mehr Autofahrer in die Parkhäuser locken.

Unna

, 12.11.2018 / Lesedauer: 3 min

Wer mit dem Auto nach Unna kommt und es in der City abstellen will, sollte künftig mehr Kleingeld dabei haben. Das Parken soll zum 1. Januar 2019 nämlich zum Teil deutlich teurer werden. Die Stadt setzt auf einen Einheitspreis für die gesamte Innenstadt: 1,50 Euro pro Stunde soll auf allen bewirtschafteten Parkplätzen gezahlt werden. Das letzte Wort hat die Politik. Die Stadtverwaltung rechnet im Fall einer Erhöhung der Parkgebühren auf 1,50 Euro mit Mehreinnahmen von rund 300.000 Euro jährlich. Für 2017 hatte die Verwaltung mit Einnahmen von 500.000 Euro kalkuliert, nach der Neuregelung wären es 807.000 Euro.

Erhöhung um bis zu 150 Prozent

Mit spürbarem Gegenwind dürfte allerdings nicht zu rechnen sein. Die interfraktionelle Arbeitsgruppe, die Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung der Stadt Unna machen sollte, hatte eine „maßvolle Anhebung der Parkgebühren“ vorgeschlagen. Ob die jetzt geplanten Erhöhungen noch „maßvoll“ sind, ist auch eine Frage des Standorts. Die Schaffung eines innenstadtweit gleichen Preises bedeutet nämlich auch, dass die Erhöhung der Parkgebühren unterschiedlich stark ausfällt.

Es wird teurer: künftig Einheitspreise auf allen Parkplätzen in Unnas Innenstadt

Der Plan zeigt, wie hoch die Gebühren an den verschiedenen Standorten in Unnas Innenstadt aktuell sind, und wie viele Plätze jeweils zur Verfügung stehen. © Stadt Unna / Hans Kaufmann

An der Massener Straße und im Bereich Rathaus/Bahnhof sind schon jetzt 1,20 Euro pro Stunde fällig. In vielen anderen Bereichen aber kostet das Parken bislang nur 0,60 Euro pro Stunde. Der neue Preis von 1,50 Euro bedeutet dort eine satte Erhöhung um 150 Prozent. Und: Das Parken ist damit künftig in Unna deutlich teurer als in den umliegenden Städten.

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Einen Trost gibt es allerdings für alle Kurzparker: Die Brötchentaste soll es auch weiterhin überall geben. Damit kann man sein Auto für 10 Cent 20 Minuten lang abstellen. Die Stadt Unna betont, dass es ihr bei der neuen Parkgebührenordnung nicht nur ums Geld geht. „Wir haben festgestellt, dass es in den Parkhäusern beziehungsweise Tiefgaragen freie Ressourcen gibt“, sagt der Beigeordnete Uwe Kutter. Mit der neuen Regelung wolle die Stadt mehr Autofahrer in die Parkhäuser locken. Dort wird das Parken nämlich maximal genauso teuer wie an Parkscheinautomaten sein - und zum Teil sogar günstiger.

Kostenloses Parken weiter möglich

Anders als von der interfraktionellen Arbeitsgruppe vorgeschlagen, will die Stadtverwaltung allerdings von einer Parkraumbewirtschaftung am Schulzentrum Nord absehen. „Das ergibt aktuell keinen Sinn. Wir wollen abwarten, wie die Situation sein wird“, verweist Kutter auf den geplanten Bildungscampus.

Und er verweist darauf, dass es auch weiter kostenfreie Parkflächen geben wird, für die nur eine Parkscheibenpflicht besteht. Allerdings sollen auch 22 davon künftig kostenpflichtig werden. Es handelt sich um zehn Stellflächen an der Gerhart-Hauptmann-Straße und zwölf am Westring.

Carsharing und E-Lade-Stationen

Im Rahmen des Parkraumkonzeptes war festgestellt worden, dass es in Unna grundsätzlich genug Parkplätze gibt, auch an Markttagen. Baudezernent Michael Ott weist zudem darauf hin, dass beim Bau des Einkaufszentrums Mühle Bremme 300 zusätzliche Parkplätze entstehen sollen. Die Stadt Unna selbst will sich stärker auch mit den Themen Carsharing und E-Mobilität beschäftigen. An vier Stellen sollen neue Carsharing-Punkte ausgewiesen werden, zudem sind neue E-Lade-Säulen für Autos vor allem in den Parkhäusern und Tiefgaragen geplant.

„Park & Ride“ unterstützen

Am Bahnhof soll die „Park & Ride“-Funktion unterstützt werden. Ott verweist in diesem Zusammenhang auf eine mögliche vergünstigte Parkmöglichkeit für Zeitfahrkarteninhaber. Die Stadt will auch den Öffentlichen Personennahverkehr fördern. Ott: „Es geht eben nicht nur ums Park, sondern auch ums Ride.“

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