Es holpert noch beim Service für Behinderte am Bahnhof Unna

dzTreppenlift

Die technischen Probleme mit der Erreichbarkeit von Gleis 1 auch für behinderte Bahnreisende sind erst einmal wieder behoben. Woran es hapert im Bahnhof, das ist die Kommunikation.

Unna

, 04.11.2018, 16:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie berichtet hatte die Deutsche Bahn schon vor einigen Wochen einen neuen Treppenlift im Bahnhof installieren lassen, nachdem der alte Anfang des Jahres aufgrund massiver Vandalismusschäden stillgelegt werden musste. Dass auch gehbehinderte Menschen jetzt wieder Gleis 1 erreichen beziehungsweise von dort weg kommen, wurde nicht öffentlich bekannt gemacht. Und auch die Partner der Bahn, die den Lift bedienen, sind bisher nur teilweise eingeweiht.

Muss das Gerät tagsüber unter der Woche einen behinderten Bahnreisenden die Treppe hinauf- oder hinunterfahren, dann bedient ein Mitarbeiter der Radstation den Lift. Die Radstation bekommt einen entsprechenden Auftrag von der Bahn, wenn sich der Kunde vorher angemeldet hat.

Kontakt zur Bahn

Bahnreisende müssen Service rechtzeitig buchen

Mobilitätsservice-Zentrale, E-Mail: msz@deutschebahn.de; Telefonnummer: 0180 6 512 512 (20 Ct./Anruf Festnetz, max. 60 Ct./Anruf Handy) Anmeldung bis spätestens einen Tag vor der Abreise bis spätestens 20 Uhr

Auch für Abend- und Nachtstunden sowie Wochenenden hat die Bahn einen Partner vor Ort: die Hellweg-Ambulanz. Die Chefin des Unternehmens erklärte kürzlich vor dem Unnaer Behindertenbeirat, die Bahn habe sie zunächst gar nicht über den neuen Lift informiert. Das sei zwar inzwischen nachgeholt, bedienen könnten die Ambulanz-Mitarbeiter das Gerät aber noch nicht. Der Treppenlift ist mit einem Schloss gesichert, und die Bahn lässt die Anlage nur von offiziell eingewiesenem Personal bedienen. Ein Bahnsprecher bestätigte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass es noch keinen Einweisungstermin gegeben habe. In den nächsten Wochen wolle die Bahn das nachholen.

Der Krankentransportdienst könne Menschen übrigens auch ohne den Lift über die Treppe bringen, erklärte die Ambulanz-Chefin weiter. Es gebe Möglichkeiten mit speziellen Tragestühlen, und auch dieser Service würde von der Bahn bezahlt. Allerdings bemängelte die Dienstleisterin, dass es grundlegende Informationen für Gehbehinderte und wichtige Telefonnummern nur unten im Bahnhof gebe, nicht oben am Gleis. Solche Hinweisschilder seien in der Vergangenheit immer wieder mutwillig abgerissen worden, sagte der Bahnsprecher. Es sei noch nicht entschieden worden, ob ein neues Schild aufgehängt wird.

Einfach die Telefonnummer ausdrucken und das Blatt am Bahnsteig anheften: So einfach könne man das Problem doch erst einmal lösen, schlug die Grünen-Fraktionschefin Charlotte Kunert im Beirat vor. Ein Gerät zum Einschweißen des Papiers in Folie würde sie zur Verfügung stellen. Vermutlich aber sei es nicht erlaubt, an Bahn-Eigentum inoffiziell etwas anzubringen, warnte der Beiratsvorsitzende Christian Baran mit einem Augenzwinkern.

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