Erwischt wegen Katzenfutter: Unnaerin fährt mit fast zwei Promille und ohne Führerschein

dzTrunkenheitsfahrt

Kein Führerschein, aber reichlich Alkohol: So ist eine Frau aus Unna ein kurzes Stück auf einem Parkplatz gefahren. Offenbar wurde ihr Katzenfutter zum Verhängnis.

von Sylvia Mönnig

Unna

, 23.03.2020, 10:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ohne Führerschein und mit annähernd zwei Promille im Blut war eine Unnaerin im Herbst vergangenen Jahres auf dem Parkplatz eines Supermarktes mit dem Auto unterwegs. Vor Gericht offenbarte die 59-Jährige nun die ungewöhnlichen Hintergründe dieser Fahrt.

Vorstrafen seit den 1980er-Jahren

Die Vergangenheit der Frau aus Unna kann getrost als bewegt bezeichnet werden. Ab Anfang der 80er-Jahre trat sie immer wieder mit unterschiedlichsten Delikten in Erscheinung und verbüßte schließlich sogar eine mehrjährige Haftstrafe wegen Totschlags. Die letzten zwei Jahrzehnte herrschte im Großen und Ganzen Ruhe.

Am Steuer erwischt mit rund 2 Promille

Aber das änderte sich am frühen Abend des 27. September, als sie auf dem Parkplatz an der Kamener Straße hinter dem Steuer erwischt wurde. Von der Tatsache ganz zu schweigen, dass sie keine Fahrerlaubnis besaß, brachte ein Test ans Licht, dass sie eine knappe Stunde später immer noch 1,96 Promille hatte.

Am Morgen mit Freunden getrunken

Vor dem Amtsgericht erklärte ihr Verteidiger nun sofort: „Wir wollen kleine Brötchen backen.“ Am Morgen des Tattages habe seine Mandantin mit Freunden etwas getrunken, später seien ihr Sohn und sie zum Einkaufen gefahren. Jeder sei in ein Geschäft gegangen.

Katzenfutter vergessen, dann Einkaufstasche verbummelt

Als sie aus dem Supermarkt gekommen sei, habe sie bemerkt, dass sie das Katzenfutter vergessen habe. Also habe sie ihre Einkaufstasche auf dem Parkplatz abgestellt, sei wieder in das Geschäft gelaufen und habe bei der Rückkehr festgestellt, dass ihre Tasche verschwunden gewesen sei. Angesichts ihrer finanziellen Lage eine Katastrophe.

„Froh, dass auf dem Parkplatz nichts passiert ist“

„Das hat mich völlig aus der Bahn geworfen“, schaltete sich die Unnaerin selbst ein. Sie habe überall gesucht, sei in ihrer Verwirrtheit offenbar in das Auto gestiegen und losgefahren. „Sie ist ausgesprochen froh, dass auf dem Parkplatz nichts passiert ist“, so der Verteidiger.

Geständnis stimmt den Richter milde

Das Geständnis und die längere Phase, in der die 59-Jährige kaum in Erscheinung trat, sprachen letztlich für sie. Das Gericht beließ es diesmal bei 900 Euro Geldstrafe. Sollte die Frau das Ziel haben, irgendwann wieder Auto zu fahren, dann wird sie darauf noch einige Zeit warten müssen. Neben der Geldstrafe erlegte ihr der Richter auch eine Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis auf: 20 Monate.

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