Die CDU in Unna bleibt auf Schrumpfkurs: Jetzt geht sogar Erich Kreß

dzPolitik

Die CDU in Unna verliert eine weitere Stimme im Stadtrat. Erich Kreß ist aus Fraktion und Partei ausgetreten. Er begründet dies mit der inhaltlichen Ausrichtung der Union – und deutet einen Wechsel an.

Unna

, 29.01.2020, 11:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit 15 Sitzen im Rat der Stadt Unna war die CDU 2014 aus der Kommunalwahl hervorgegangen. Seitdem aber hat sich das tatsächliche Stimmgewicht nach und nach verringert. Jetzt tritt ein weiteres Ratsmitglied aus der Kandidatenmannschaft von damals aus der Fraktion aus.

Erich Kreß gab am Mittwoch seinen Austritt aus Ratsfraktion und Partei bekannt. Gründe dafür seien inhaltlich, betont Kreß, dem es nun darauf ankommt, „keine schmutzige Wäsche zu waschen“. Seinen Sitz im Rat der Stadt werde er behalten und zunächst als Fraktionsloser ausfüllen. Damit wolle er den Auftrag seiner Wähler ausführen und ihrem Vertrauen gerecht werden.

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Zugleich deutete Kreß aber eine politische Neuorientierung an. Bei der Kommunalwahl im September wolle er sich zur Wahl stellen und es damit in die Hände des Bürgers legen, ob er sich weiter für sie engagieren soll. Für welche Partei er dann antritt, hält Kreß noch im Unklaren. Die nächsten Wochen im Rat und seinen politischen Gremien könnten allerdings einige Zeichen liefern, kündigte er an.

Kreß ist stimmberechtigtes Mitglied in den Ratsfachausschüssen für die Stadtbetriebe, für Umweltangelegenheiten und für die Volkshochschule. Viele Unnaer kennen ihn auch durch sein Mitwirken im Vorstand der „Bürger für Bürger in Unna“, die unter anderem die Aktion Weihnachtsgeld organisieren.

Enttäuscht von der Ideenlosigkeit der CDU in der Finanzkrise

Als ein Beispiel für die inhaltliche Unzufriedenheit mit dem Kurs der Unnaer CDU nennt Kreß die Finanzpolitik. „Als wir 2014 angetreten sind, haben wir den sparsamen Umgang mit den Mitteln der Stadt auf unsere Plakate geschrieben. Jetzt haben wir schon seit Monaten eine Haushaltssperre, aber von der CDU kommt kein Vorschlag, was zu tun ist.“ Andere Fraktionen – Kreß betont dabei den Plural – stünden ihm in manchen Dingen näher.

Für die CDU-Fraktion im Rat setzt sich ein regelrechter Exodus fort. Der Austritt von Erich Kreß bedeutet den vierten „Netto-Verlust“ der Fraktion, die jetzt nur noch elf Mitglieder hat.

Vor Kreß haben der CDU-Fraktion schon vier Mitglieder den Rücken gekehrt

Zuvor waren Vize-Bürgermeister Frank Holger Weber, Jessika Tepe und Carsten Morgenthal aus der Ratsfraktion der CDU ausgetreten. Alle drei behielten ihr Mandat und reihten sich zunächst auf der inzwischen langen Bank der Fraktionslosen ein, Morgenthal schloss sich inzwischen aber fest den Grünen an. Früher in der aktuellen Ratsperiode hatte sich Holger-Joachim Wiese von der CDU verabschiedet. Er allerdings machte seinen Sitz im Rat 2015 für einen Nachrücker von der Reserveliste der CDU frei.

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