Erfolgreiche Integrationsarbeit braucht die ganze Stadt Unna

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Wie die gute Integrationsarbeit in Unna ausgebaut werden soll, beschäftigt viele Menschen. Einige, die schon länger damit betraut sind, fordern aber auch konkrete weitere Schritte.

Unna

, 29.10.2018, 19:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2015 sollten nach einer groß angelegten Integrationskonferenz Arbeitsgruppen gebildet werden. Doch diese Gruppen, besetzt mit Vertretern von Politik und Verwaltung, die festlegen, wie Integrationsarbeit in Unna weiterentwickelt werden soll, seien aus irgendeinem Grund nicht zustande gekommen, erinnerte sich Ksenija Sakelsek, Vorsitzende des Integrationsrates mit einer gewissen Frustration. Das soll jetzt besser werden: So lautet das Signal nach einer professionell begleiteten Tagung am Montag im Katharinentreff.

Viel gute Arbeit

In mehreren Arbeitsgruppen gingen rund 50 Menschen aus politischen Gruppen, aus Vereinen und Initiativen, hauptamtliche Verwaltungsmitarbeiter und vor allem viele Ehrenamtliche zunächst der Frage nach, wie Integrationsarbeit in Unna bisher funktioniert. Drei externe Fachberaterinnen moderierten die Gespräche. Es zeigte sich, dass offenbar auch ohne einen konkreten Erfolg der 2015er-Konferenz viel gute Arbeit geleistet wird.

Viele Angebote noch unbekannt

Durch zahllose Initiativen wie beispielsweise den Runden Tisch, die Interkulturelle Woche oder das Begegnungscafé sowie durch das Engagement zum Beispiel von Sportvereinen würden für viele Menschen mit Migrationshintergrund die Chancen zur sozialen Teilhabe verbessert. Ein Manko aber sei die Vermittlung: Viele Angebote, aber nicht jeder weiß davon.

Erfolgreiche Integrationsarbeit braucht die ganze Stadt Unna

Silke Bochynek (l.) und Claudia Kowaczek gehörten zu den rund 50 Personen, die sich im Katharinentreff zum Thema Integration austauschten.

Freizeit, Kultur und Soziales sind ein Bereich, in dem vieles gut läuft, ausgebaut werden kann und vor allem besser zwischen den bereits aktiven Netzwerken kommuniziert werden soll. Ein weiteres für den Erfolg von Integration wichtiges Thema ist das Wohnen, auch das wurde am Montag deutlich. Große Wohnungsgesellschaften sollen stärker in die Pflicht genommen werden, aber auch Privatvermieter sollen angesprochen werden, damit mehr günstiger Wohnraum entsteht.

Verantwortliche gesucht

Es brauche vor allem Verantwortliche, die sich um die Erfüllung der verschiedenen formulierten Aufgaben kümmern, die beispielsweise mit der Wohnungswirtschaft verhandeln oder vermitteln, wenn es zu Nachbarschaftsproblemen kommt. Das ist auch ein Fazit Sakelseks: Beim ersten Versuch zur Aufstellung eines Integrationskonzepts sei das Ehrenamt überfordert gewesen. „Es fehlte ein Hauptamtlicher“, so Sakelsek. Inzwischen gibt es Cengiz Tekin, den Integrationsbeauftragten der Stadt Unna. Er versicherte dem Gremium, das Thema werde „nicht im Sande verlaufen“. Es gehe weiter – wie, das müsse noch festgelegt werden.

Thema für die Politik

Sein Chef verkündete zum weiteren Fahrplan zumindest eine Vorstellung: Uwe Kutter, Sozialbeigeordneter, kündigte an, die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung am Montag würden nun zusammengefasst und als Nächstes im Sozialausschuss des Stadtrats vorgestellt und beraten.

Finanzmittel erforderlich

Dann werde man sich „über bestimmte Maßnahmen unterhalten müssen“, so Kutter. Auch im Rahmen der Haushaltsplanberatungen für 2019/2020 müsse das Thema Integration diskutiert werden. Sprich: Es geht letztlich auch darum, ob und in welchem Umfang die Politik Haushaltsmittel etwa für Personal oder für Kita-Plätze zur Verfügung stellt. Der Entwurf für den nächsten Doppelhaushalt wird in dieser Woche vorgestellt. Danach erfolgen die Beratungen in den Fraktionen. Mit der Aufbereitung des sehr komplex diskutierten Integrationsthemas soll sich unabhängig davon eine Arbeitsgruppe beschäftigen.

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