Entscheidung für Einbahnstraße: ADFC kritisiert Ablehnung der CDU

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Der ADFC in Unna ist verärgert über das Abstimmungsverhalten der CDU zur Einbahnstraße Afferder Weg, wie Sprecher Helmut Papenberg mitteilt. Die Unnaer Ortsgruppe des Fahrradclubs hätte sich Rückhalt für den Radverkehr aus allen Fraktionen gewünscht. © Montage/Achiv/Privat
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Zwischen Kornstraße und Friedrich-Ebert-Straße wird der Afferder Weg zur Probe Einbahnstraße. Damit soll ein Teilstück der West-Ost-Fahrradachse sicherer werden, für die die Stadt Unna eine durchgehende Fahrradstraße plant. Sowohl Einbahnstraße als auch Fahrradstraße sind inzwischen beschlossene Sache, allerdings ohne den vollständigen Segen der CDU, die gegen die Einbahnstraße gestimmt hat. Das kritisiert nun der ADFC.

In einer Stellungnahme lässt die Unnaer Ortgruppe des Fahrradclubs die entscheidende politische Sitzung Revue passieren und erklärt noch einmal die Ist-Situation am Afferder Weg: „Heute fahren die Schülerinnen und Schüler, aber auch fast alle anderen Radfahrer hier auf dem sicheren, aber schmalen Bürgersteig. Mit der Fahrradstraße wären sie gezwungen mit dem starken Autoverkehr auf der engen Fahrbahn zu fahren.“ Nur eine Einbahnstraße, also eine eigene Spur für Radfahrer, biete ausreichend Sicherheit, ist ADFC-Sprecher Helmut Papenberg überzeugt.

In der Kooperationsvereinbarung der CDU mit den Grünen nach der jüngsten Kommunalwahl stehe allerdings, dass zur Vermeidung von Unfällen „die unterschiedlichen Verkehrsarten möglichst voneinander“ getrennt werden sollten. „Warum stimmt man dann bei diesem wichtigen Schulweg nun dagegen?“, fragen sich Papenberg und die übrigen ADFC-Mitglieder.

Weichen für die notwendige Verkehrswende

An anderer Stelle sei in dem Papier die Rede davon, Weichen für eine notwendige Verkehrswende stellen zu wollen. „Hier soll nun der Radverkehr besonders geschützt und damit gefördert werden und man stimmt dagegen. Was versteht denn die CDU unter einer Verkehrswende?“, heißt es in der Stellungnahme des ADFC weiter.

Eine individuelle Verkehrswende hätten in den vergangenen Jahren viele Bürger für sich schon vorgenommen. Die Verkaufszahlen von Fahrrädern, besonders E-Bikes (in Unna etwa 7.000 – 8.000) würden rasant ansteigen. „Für diese brauchen wir endlich sichere Wege“, betont der ADFC.

„Schon vor sechs Jahren wurde ein durchgängiges Netz von sicheren Radverbindungen vom Stadtrat beschlossen, aber – bis auf die Platanenallee – nicht umgesetzt. Wie dringend ist denn die Verkehrswende? Seit der Kommunalwahl vor zwei Jahren ist auch kaum etwas zur Förderung des Radverkehrs getan worden“, richtet Papenberg auch Kritik in Richtung Rathaus.

In dem von der CDU geführten Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität sei die „dringend benötigte Verkehrswende“ bis heute kein Thema gewesen.