Biotop

Naturschutz am Wegrand – eine Antwort auf Fragen der Energiekrise?

Naturschutz wie an der Kluse ist nur in Ausnahmefällen zu leisten. Dabei bieten solche Projekte eine Chance, die gerade jetzt wichtig wird. Der Initiator ist sicher: Hier könnte sogar Energie gewonnen werden.
Andreas Förster im Feldwegbiotop Kluse. Der Naturschützer ist sicher: Naturschutz wie hier könnte auch mit Energiegewinnung in Einklang gebracht werden.
Andreas Förster im Feldwegbiotop Kluse. Der Naturschützer ist sicher: Naturschutz wie hier könnte auch mit Energiegewinnung in Einklang gebracht werden. © Udo Hennes

Ungezählte Ehrenamtsstunden stecken im Feldwegbiotop an der Kluse. Den Wegrand zu diesem Reichtum an Pflanzen- und Tierarten zu bringen, ist nur durch den Einsatz Freiwilliger möglich. Aber hier steckt auch Potenzial: eine Antwort auf die drängenden Fragen der Energiekrise.

Andreas Förster vom Nabu regt an, dass im Kreis Unna mehr Wegränder gepflegt werden und damit der Artenschutz gefördert wird wie an der Kluse. Dies scheitere bisher an Aufwand und Kosten für die öffentliche Hand. „Aber möglicherweise wird man im Zuge der wachsenden Energieknappheit neue Wege gehen und verstärkt Straßen- und Wegebegleitgrün zur Energiegewinnung von Strom und Gas nutzen“, so Förster.

Es gebe erfolgreiche Modellversuche, Konzepte und Kleinanlagen, diese würden aber aus wirtschaftlichen Gründen oft nur im kleinen Maßstab angewendet. Förster kennt solche Projekte etwa in Süddeutschland.

Was an Gras und weiteren Pflanzen gemäht wird, bleibt zunächst als Haufen liegen. © Thomas Raulf

Es bestünde „großes Potenzial, Artenschutz und Energiegewinnung sinnvoll in Einklang zu bringen“, meint der Naturschützer. Das Mahdgut, das an der Kluse zunächst aufgeschichtet und dann zur Kompostierung gebracht wird, könnte in Biogasanlagen eingesetzt werden. Dadurch bräuchten zur Energiegewinnung weniger Feldfrüchte in Anspruch genommen zu werden.

Zudem könnte naturverträgliches Mähen sich wirtschaftlich amortisieren, da auf einer mageren Fläche eventuell eine Mahd im Jahr komplett eingespart werden könnte.

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