Ende der Förderung: Windrad-Betreiber aus Unna lösen Gesellschaft auf

dzWindenergie

In Unna haben die Betreiber der Bürgerwindräder viel bewegt, für den Handel mit Strom an der Leipziger Strombörse aber reicht die Energie nicht. Deswegen löst sich die Gesellschaft jetzt auf.

Unna

, 21.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Ende des Jahres 2020 ist in Unna gleichbedeutend mit einem Vorzeigeprojekt in Sachen Ökostrom. Aus dem Verein „Sanfte Energien“ heraus wurden insgesamt drei Bürgerwindräder realisiert. Nun aber löst sich die Gesellschaft auf.

Wer glaubt, das Interesse an der Stromerzeugung aus Windkraft habe nachgelassen, irrt allerdings. Die Gesellschaft ist schlicht zu klein, um auch zukünftig erfolgreich arbeiten zu können. „Die EEG-Förderung endet mit dem Ablauf des Jahres 2020“, erklärt der Vorsitzende Karl-Heinz Wurm und meint das Erneuerbare-Energien-Gesetz.

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Für die Betreiber der Bürgerwindräder bedeutet das: Ab dem 1. Januar müssten sie ihren Strom an der Leipziger Strombörse EEX handeln und in Konkurrenz zu den ganz Großen in der Branche treten. „Dafür sind wir einfach nicht aufgestellt“, sagt Wurm. Der Ertrag von 850.000 Kilowattstunden pro Jahr sei zu gering, einzig eine Kooperation mit anderen Gesellschaften denkbar gewesen. Dazu aber kommt es nicht.

Drei Bürgerwindräder in der Region

Insgesamt sind durch Bürgerengagement in der Region drei Windräder errichtet worden:

  • 1994 entstand das erste Bürgerwindrad auf dem Haarstrang in Ense.
  • 1995 wurde auf dem Unnaer Stadtgebiet nahe Billmerich das „Ostenberg-Windrad“ gebaut.
  • 1999 folgte in unmittelbarer Nähe dazu das Windrad „Unna Wind 3“.

Mit dem Auslaufen der EEG-Förderung haben Betreiber von Windkraftanlagen grundsätzlich drei Möglichkeiten: Repowering, Stilllegung und Rückbau sowie ein Weiterbetrieb.

Repowering bedeutet, dass bestehende Anlagen zurückgebaut und durch leistungsstärkere ersetzt werden. So lassen sich größere Energieerträge erzeugen. Bei einer Stilllegung wären die Betreiber ebenfalls zum Rückbau verpflichtet, was weitere Kosten bedeutet.

In Unna hat man sich für den Weiterbetrieb entschieden. Dafür zeichnen allerdings die Stadtwerke Unna verantwortlich. „Wir haben seit jeher gut zusammenarbeitet. Da war ein weitgehend reibungsloser Übergang möglich“, erklärt Wurm.

Bundesregierung bangt um Klimaschutzziele

Zuletzt hatte sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor wenigen Tagen dafür stark gemacht, den Weiterbetrieb älterer Windenergieanlagen, die jetzt aus der Förderung herausfallen, zu ermöglichen – mit oder ohne Repowering. Denkbar seien einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren. Damit soll das Erreichen der gesteckten Klimaschutzziele realistischer werden. Die Bundesregierung will den Anteil des Ökostroms am gesamten Verbrauch bis 2030 auf 65 Prozent steigern.

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