Elterntaxis sollen in der Planung für den Schulstandort Hertinger Tor viel Platz haben

dzNeuer Schulstandort

Mit verschiedenen Maßnahmen wollen Planer den neuen Schulstandort Hertinger Tor möglichst sicher machen. Dazu gehören auch Parkplätze für die umstrittenen Elterntaxis – und der Appell, darauf zu verzichten.

Unna

, 13.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Brockhausstraße plant die Stadt den Bau einer Grundschule, einer Kita und einer Wohnsiedlung. Zum Verkehrskonzept gehören Hol- und Bringzonen für die Kinder.

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Der Volksmund spricht von Elterntaxis: Mütter und Väter bringen ihre Kinder zur Kita oder Schule, auch auf dem Rückweg wird den Mädchen und Jungen oft der Fußweg erspart. Eigentlich sei das nicht erwünscht, sagte der von der Stadt beauftragte Verkehrsgutachter Frank Weiser in der jüngsten Bürgerversammlung. Dieses Hol- und Bringverhalten sei aber üblich, das zeige die Realität. Es erscheine deswegen sinnvoll, ein gutes Angebot zu machen.

36 Stellplätze für Elterntaxis geplant

Die Planer wollen vermeiden, dass die Eltern-Autos ungeordnet hier und da, möglichst in Schulnähe halten und parken. Vor allem gibt es die Sorge, dass dadurch Risiken entstehen. „Hol- und Bringzonen“ sollen deswegen für den Bildungsstandort Hertinger Tor an mehreren Stellen eingerichtet und gut erkennbar gemacht werden.

An mehreren Standorten rund um den neuen Bildungsstandort sollen Autos parken können. Die Stadt plant Plätze für Kita- und Schulmitarbeiter ein, aber auch für Eltern, die ihre Kinder bringen und holen.

An mehreren Standorten rund um den neuen Bildungsstandort sollen Autos parken können. Die Stadt plant Plätze für Kita- und Schulmitarbeiter ein, aber auch für Eltern, die ihre Kinder bringen und holen. © Büro BBW

Alleine 18 Parkplätze sollen für diesen Zweck zu beiden Seiten des geplanten Kreisverkehrs an der heutigen Kreuzung Brockhausstraße/Hertingerstraße eingerichtet werden. So steht es in einem Entwurf der Verkehrsplaner.

Zahlen

So sollen die neuen Gebäude genutzt werden

  • Die Grundschule, die an der Brockhausstraße gebaut werden soll, wird dreizügig geplant. Sie soll die Nicolai- und die Falkschule künftig ersetzen. Die Stadt geht von insgesamt 325 Schülern und 60 Beschäftigten aus.
  • Die Sporthalle soll auch nicht-schulisch genutzt werden. Es werden für die Zeit ab 16 Uhr drei Sportkurse am Tag prognostiziert, mit 30 Sportlern pro Kurs.
  • 100 Kleinkinder sollen den künftigen Kindergarten besuchen und von insgesamt 30 Beschäftigten betreut werden.
  • Das angrenzende Wohngebiet soll 56 Wohneinheiten umfassen.

Weitere Hol- und Bringzonen sehen die Planer für die Brockhausstraße, Ziegelstraße und Falkstraße vor. Insgesamt 36 Stellplätze umfasst dieses Angebot an Eltern der künftigen Grundschul- und Kita-Kinder. Für die Beschäftigten der beiden Einrichtungen sollen insgesamt 72 Parkplätze ausgewiesen werden.

Werbung für Mobilität ohne Auto

Die Verantwortlichen wollen aber auch verhindern, dass diese Parkplätze allzu viel in Anspruch genommen werden. „Eltern, Lehrer und Erzieher haben auch eine Vorbildfunktion“, sagte Weiser. Verschiedene Maßnahmen sollen den Verkehr am Bildungsstandort autoarm machen. Dazu gehören Verkehrserziehung oder das Werben für das Konzept „Walking Bus“. Außerdem soll mit der Schule ein Schulwegkonzept aufgestellt werden, mit Empfehlungen für sichere Fußwege.

Dieses umfasst im Entwurf auch die Hertingerstraße. Die Verkehrssituation dort erscheint Planern wie kritischen Anwohnern aber schon jetzt problematisch. Denkbar sei, diese Straße nicht als Teil des Schulwegs zu empfehlen, das müsse mit Schule, Eltern, Polizei und Stadt erörtert werden, so Weiser.

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