Emissionsfrei und entschleunigend: Drei Freunde und Zoé stromern nach Südfrankreich

dzElektromobilität

Seine erste Fahrt mit dem Elektroauto nach Südfrankreich war 2016 eine Pioniertat. Vier Jahre später testet Wolfgang Papenberg ein neueres Fahrzeug. Vieles kann es besser, aber Abenteuer gibt es immer noch.

Unna

, 21.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Reisen nach Südfrankreich sind für Wolfgang Papenberg und seine Begleiter nicht nur Urlaub. Sie sind Experimente im Dienste der Verkehrswende und des Klimaschutzes: Was geht mit einem Elektro-Auto? Und vor allem: wie geht es? Das hat der Unnaer zuerst 2016 mit einer damals gewagten Langstreckenfahrt ermittelt.

Vier Jahre nach seiner ersten „Testfahrt“ mit einem rein elektrisch betriebenen Renault Zoé stellt Papenberg sich diese Frage erneut. Denn vielleicht gibt es jetzt neue Antworten. Die Technik hat sich weiterentwickelt, die Versorgung mit Ladesäulen auch. Ob das reicht, um eine Reise mit dem Elektromobil weniger abenteuerlich wirken zu lassen, zeigt sich in diesen Tagen.

Mit Zoé 1 war die Frankreichreise 2016 noch ein Abenteuer

Papenberg zählt zu den Pionieren der Elektromobilität und das ist er aus Überzeugung. Als er 2016 mit seiner ersten Zoé – für ihn ist dieses Auto eindeutig weiblich – nach Südfrankreich fuhr, begleitete ihn eine ausgesprochene Reichweitenangst. Nach 150 Kilometern wollte der Wagen wieder an die Ladesäule. Gerade in den ländlichen Gebieten war das ein echtes Problem.

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Zoé Nummer 2 setzt da schon andere Maßstäbe. 390 Kilometer Reichweite gibt der Hersteller an. 300 hält Papenberg nach seinen bisherigen Erfahrungen mit dem Wagen für realistisch, wenn man nicht rast.

Die Akkus aufladen – nicht nur am Auto

Eine Tour der Entschleunigung bleibt die Reise mit Zoé aber. Am Montag waren Papenberg und zwei Freunde mit Gepäck aufgebrochen. Zwei Ladestopps unterbrachen die erste Tagesetappe. Für das Trio aus Unna und Umgebung sind das technisch bedingte Ruhepausen. Auch die Besatzung lädt in der Zeit ihre Akkus auf – etwa bei Kaffee und Kuchen. Immerhin: Die Ladestopps der moderneren Technik sind nicht nur seltener als bei Zoé Nummer 1, sondern auch kürzer.

Emissionsfrei und entschleunigend: Drei Freunde und Zoé stromern nach Südfrankreich

Wolfgang Papenbergs erste Zoé wollte nach rund 150 Kilometern schon wieder an die Ladesäule. Ihre Nachfolgerin hat aber die Reichweitenangst zumindest im Alltag aufgelöst. Nun muss sie sich auf einer Fernfahrt beweisen. © Schmidt

Vor manchen Problemen ist der Elektromobilist aber auch im Jahr 2020 nicht gefeit. Wie bereits 2016 hat Wolfgang Papenberg auch diesmal im Vorfeld recherchiert, wo entlang der Route es Ladestationen mit Schnellladefunktion gibt. Aber die Realität vor Ort kann dann doch noch Überraschungen bieten: „Die erste Säule war geschlossen, die zweite kaputt, die dritte belegt. Aber dann haben wir doch noch eine gefunden“, fasst Papenberg bei einem Zwischenstopp in Lothringen eine „Serie“ vom Vortag zusammen.

„Scheibenkratzen“ klappt am Renault Zoé mit dem Smartphone

Doch es gibt auch Dinge, die das Reisen mit dem Elektrofahrzeug besonders komfortabel machen. Bei sieben Grad unter Null am Morgen des zweiten Reisetages konnte Papenberg sein Auto aus dem Hotel heraus auftauen: Per Internet schaltete er die Vorwärmfunktion des Wagen ein, der draußen an der Ladesäule hing. „Als wir rauskamen, standen neben uns zwei zwei alte Diesel, die mit laufendem Motor die Luft verpesteten, während die Fahrer die Scheibe freikratzten.“

Papenberg und seine Begleiter setzten sich in ein angenehm vorgewärmtes Auto, um ihre gut 2000 Kilometer lange Reise fortzusetzen. Bei klarem Wetter im gleißenden Licht der Wintersonne sei es eine wunderbare Fahrt, schwärmte der Unnaer von der Landschaft Frankeichs. Zoé entpuppt sich auch in Fahrt als ein entspanntes Reisemittel: Mit dem elektrischen Motor rollt sie nicht nur emmissionsfrei dahin, sondern auch nahezu lautlos.

Über die erste Frankreichfahrt mit dem Elektrofahrzeug haben Wolfgang Papenberg und Michael Skirl ein Buch geschrieben. Auf der Internetseite lautlos-unterwegs.de führen sie auch nun wieder ein Reisetagebuch.
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