Abnicken und hinhalten: Eishallen-Initiative zieht bittere Jahresbilanz

dzUnna braucht Eis

„Unna braucht Eis“ lässt sich von Kritik aus der Politik nicht beeindrucken. In einer Stellungnahme erneuert die Initiative ihre Bummelei-Vorwürfe an die Stadt – was nun auch Teile des Rates einbezieht.

Unna

, 21.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Eishalleninitiative „Unna braucht Eis“ nähert sich ein wichtiger Jahrestag: Am 26. Mai liegt der Bürgerentscheid, mit dem die Wahlberechtigten in Unna für einen Erhalt der Halle gestimmt haben, genau ein Jahr zurück.

Neben dem Verlauf der jüngsten Ratssitzung ist der Stichtag nun Anlass, sich noch einmal zu Wort zu melden. Dabei weiß die Initiative zwar nicht mehr viel Neues zu sagen, die bisherigen Thesen aber noch einmal griffiger zu begründen: Passend zum bevorstehenden Jahrestag will „Unna braucht Eis“ bilanzieren, was in Sachen Sanierung inzwischen geschehen ist. Und das sei schnell getan.

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„Was ist seitdem eigentlich passiert? Welche Fortschritte wurden erzielt? Welche Sanierungsmaßnahmen sind bereits durchgeführt, welche zumindest konkret geplant?“, lauten die Fragen in einer von Michael Michelius für „Unna braucht Eis“ verschickten Stellungnahme.

„In 365 Tagen nicht eine Schraube nachgezogen“

Die Fragen sind natürlich rhetorisch, werden von der Initiative selbst beantwortet: „Die Antwort ist ebenso ernüchternd, wie erschreckend. Nichts ist passiert. Zugegeben: Es wurden einige Gutachter- und Beraterleistungen vergeben. Mehr aber auch nicht. 365 Tage sind ins Land gegangen und in der Eishalle ist nicht einmal eine einzige Schraube nachgezogen worden.“ Eine städtische Verschleppungs- und Hinhaltetaktik müsse sich daher „für jeden auch nur halbwegs aufmerksamen Beobachter förmlich aufdrängen“.

Stadtrat ein Gremium der „Abnicker“

„Unna braucht Eis“ erneuert Vorwürfe, nach denen die Stadt überhaupt kein Interesse zeige, den Bürgerwillen umzusetzen, wie er vor einem Jahr zum Ausdruck gebracht worden ist. Die Initiative kritisiert nun allerdings nicht allein die Stadtverwaltung, sondern sieht auch den Stadtrat – zumindest mehrheitlich – als Gehilfen der Behörden. „Mitdenken und Mitgestalten wären angesagt gewesen. Stattdessen erleben wir eine weitgehend homogene Masse an Abnickern, die angesichts der vermeintlichen Komplexität der Sache angeblich nicht anders können, als die Vorlage pflichtschuldig durchzuwinken“, heißt es im Text von „Unna braucht Eis“. Und: „Die Ratsleute hatten genug Gelegenheit, sich mit der Problematik kritisch auseinanderzusetzen. Diese haben sie – von einigen fraktionslosen Ratsmitgliedern, der FLU und den Vertretern der Linken abgesehen – ungenutzt verstreichen lassen.“

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