Nach Nacht-Einsatz: Einsturzgefährdetes Haus abgestützt – Mieterfamilie bei Verwandten

dzMit Video: Einsturzgefahr

Mitten in der Nacht zum Mittwoch musste an der Klosterstraße ein kleines Wohnhaus evakuiert werden. Die Kellerwand ist instabil und wurde am Nachmittag zunächst abgestützt.

von Michael Neumann, Thomas Raulf

Unna

, 21.08.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurz nach 0.30 Uhr bemerkte ein Bewohner des Hauses Nr. 69 an der Klosterstraße am Mittwoch, dass irgendetwas im Keller nicht stimmte. Er hörte Geräusche. Sie kamen aus dem Fundament des Hauses. Der Familienvater reagierte sofort und rief den Notruf. Die Feuerwehr bestätigte seine Beobachtung, dass sich ein Teil der Kellerwand wölbte. Es handelt sich um ein altes Gebäude, nach bisherigen Informationen aus dem 17. Jahrhundert. Auf dem gemauerten Fundament ist Fachwerk errichtet.

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Einsturzgefahr: Evakuierung eines Fachwerkhauses

Feuerwehr entscheidet: Einsturzgefahr

Schnell entschieden die Feuerwehrleute vor Ort: Einsturzgefahr. Die Bewohnerfamilie, ein Paar mit drei kleinen Kindern, sei zu diesem Zeitpunkt schon draußen gewesen, berichtete Olaf Weischenberg, der stellvertretende Wehrleiter. Die Einsatzleitung habe entschieden, dass das Haus evakuiert wird. Die Bewohner durften also nicht wieder hinein. Die Mieterfamilie kam bei Verwandten unter. Die Eltern waren mittags wieder an der Klosterstraße und zeigten sich zunächst ratlos, wie es mit ihrem Heim weitergeht.

Straße abgesperrt

Maßnahmen zur Sicherung des Hauses unternahm die Feuerwehr in der Nacht nicht. Das Gefährdungspotenzial für die Einsatzkräfte wäre zu hoch gewesen, so Weischenberg. Also wurde der Bereich um das Haus abgesperrt, auch der betroffene Abschnitt der Klosterstraße zwischen Schul- und Gerhart-Hauptmann-Straße, damit niemand zu Schaden kommt. Die provisorische Sperrung wurde später abgebaut. Stabile Sperrbaken verhindern nun, dass Autos durchfahren. Fußgänger kommen nun aber an der Stelle vorbei.

Nach Nacht-Einsatz: Einsturzgefährdetes Haus abgestützt – Mieterfamilie bei Verwandten

Die provisorische Absperrung wurde im Lauf des Mittwochs dauerhaft eingerichtet. Autos können nicht über die Klosterstraße fahren, aber Fußgänger kommen durch. © Raulf

Wände abgestützt

Am Mittwochnachmittag wurden die einsturzgefährdeten Wände von innen gesichert. Dies geschah nach bisherigen Erkenntnissen, nachdem ein Statiker und Mitarbeiter des Bauordnungsamtes den Zustand des Gebäudes begutachtet hatten.

Schon in der Nacht hatte die Feuerwehr veranlasst, dass Gas- und Stromleitungen abgestellt wurden. Am Vormittag ließen die Stadtwerke eine Gasleitung in der Straße freilegen, um sie sicherheitshalber ordnungsgemäß abzuklemmen.

Nach Nacht-Einsatz: Einsturzgefährdetes Haus abgestützt – Mieterfamilie bei Verwandten

Am Vormittag war eine Gasleitung, die zum Gebäude führt, abgeklemmt worden. Aus Sicherheitsgründen hatten die Stadtwerke das Gasrohr in der Nacht bereits abgeriegelt. © Raulf

Gelsenwasser: Kein Schaden an Wasserleitung

Was der Grund für den Schaden an der Kellerwand war, steht bisher nicht fest. Vermutet wurde am Mittwoch ein Bruch einer Frischwasserleitung. Beobachtern aus dem Umfeld des Gebäudes erschien es denkbar, dass ausgelaufenes Wasser das Mauerwerk instabil gemacht hat. Andere schlossen einen Wasserschaden als Ursache aus. Das tat auch Gelsenwasser irgendwann: Der Wasserversorger schickte Mitarbeiter aus seiner Unnaer Betriebsdirektion in das Gebäude. Sie hätten festgestellt, dass sowohl die Anschlussleitung im Haus als auch die Wasserleitung in der Straße dicht seien, erklärte Pressesprecherin Heidrun Becker. Ein Defekt an einer Wasserleitung könne nicht die Ursache des Schadens sein. Man habe die zwischenzeitlich stillgelegte Trinkwasserleitung auch wieder aufgedreht.

Ein Problem mit Abwasserrohren schlossen die dafür zuständigen Stadtbetriebe aus, wie sie unserer Redaktion erklärten.

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Blaulichter erhellten in der Nacht das Klosterviertel. Grund war ein einsturzgefährdetes Fachwerkhaus. © Michael Neumann

Risse im Mauerwerk festgestellt

In der Nacht hatte die Feuerwehr neben der akut noch vorhandenen Mauerbewegung auch einzelne Risse im Mauerwerk festgestellt. Ob die Risse mit dem aktuellen Schaden in Verbindung stehen, konnte vor Ort nicht einwandfrei bestätigt werden. Zur weiteren Beobachtung des Gebäudezustands wurden im Sockelbereich einer Außenwand zahlreiche Markierungen für Rissstellen angebracht.

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