Den höheren Parkgebühren in Unna können viele Autofahrer ausweichen

dzHaushalt

Höhere Parkgebühren bringen der Stadt Unna mehr Geld. Diese Bilanz zum Jahresende ist an sich nicht überraschend. Und doch wird klar, dass sich Autofahrer dem tieferen Griff in ihre Taschen teils entziehen.

Unna

, 23.12.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu Beginn des Jahres hat die Stadt Unna die Parkgebühren in der Innenstadt deutlich angehoben. Seitdem kosten die Tickets an den Automaten innerhalb des Verkehrsrings einheitlich 1,50 Euro pro Stunde. 300.000 Euro an Mehreinnahmen schienen sicher kalkulierbar. Doch nun fehlt Geld in der Kasse.

Von gut 500.000 auf gut 800.000 Euro sollten die Einnahmen aus der Bewirtschaftung der städtischen Freiluftparkplätze steigen. Am letzten Dienst-Tag der Stadtverwaltung standen jedoch nur 638.295 Euro zu Buche. Und viel Zeit gibt es nicht mehr, das Jahresergebnis noch zu verbessern. Am kommenden Montag werden die Parkscheinautomaten wie in jedem Jahr zum Schutz vor Silvesterböllern in Folie eingewickelt.

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Statt der 300.000 Euro Mehreinnahmen hat die Anhebung der Parkgebühren in diesem Jahr nur 140.000 Euro für die Haushaltssicherung eingebracht. Das wird Unna nun gleich zwei Fragen bescheren: Die eine lautet, wie die Stadt in ihrem Haushalt mit den Mindereinnahmen umgehen soll. Die andere und vielleicht spannendere ist die nach dem Warum.

Die Gebührenanhebungen Anfang 2019 waren teils erheblich. Zuvor gab es in der Innenstadt unterschiedliche Parkzonen mit zwei Tarifen. Je nach Standort verlangten die Parkscheinautomaten für eine Stunde 1,20 Euro oder 60 Cent. Die Anhebung auf einheitlich 1,50 Euro pro Stunde bedeutete also Aufschläge von teils 25, teils 150 Prozent, je nach Lage.

Parken im Parkhaus ist jetzt meist günstiger

Dass dies die Besucher der Innenstadt zum Umsteigen auf andere Verkehrsmittel als das eigene Auto animiert haben könnte, wäre zwar im Sinne der Verkehrswende, muss aber nicht die einzige Erklärung für das Verfehlen der städtischen Einnahmeziele sein. Möglicherweise hat die Stadt auch einfach Kunden an die Konkurrenz verloren.

Denn das Parken in den Parkhäusern und Tiefgaragen von Kauf- und Ärztehäusern ist in Unna deutlich günstiger. Sie gewähren einen Stellplatz oft noch für einen Euro pro Stunde. Aber auch das Parken in den Großgaragen der Stadttochter WBU kann günstiger sein als der Platz unter freiem Himmel. Wer das Rangieren in den teils engen Bauwerken nicht scheut, hat überdies den Vorteil des Wetterschutzes.

Dass die höheren Parkgebühren an den Automaten dazu animieren würden, öfter einmal einen Parkschein zu „vergessen“, lässt sich derweil recht gut ausschließen. Denn die Einnahmen aus Strafgebühren sind vergleichsweise stabil. 22.800 „Knöllchen“ wurden in diesem Jahr bislang verteilt. Sie bringen der Stadt weitere 260.000 Euro ein.

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