Einkaufen mit der App wie bald bei Sinn: Das überzeugt auch Online-Muffel

dzEinzelhandel

Online bestellen, im Geschäft kaufen – oder umgekehrt. Diese modernen Formen des Einkaufens können durchaus praktisch sein. Das finden nicht nur die absoluten Jünger des Internet-Shoppings.

Unna

, 03.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Martin Krug ist wohl kaum das, was man als Zalando- oder Amazon-Jünger bezeichnen würde. Der Kamener versucht, im Fachhandel einzukaufen, was er braucht. Bei bestimmten Artikeln habe es aber wenig Sinn, „durch die Gegend zu fahren und es dann doch nicht zu bekommen“, meint Krug. Das Bestellen per Mausklick lässt sich also nicht immer vermeiden, es halte sich bei ihm aber noch in Grenzen, erklärt der Kamener. Wenn nur noch online eingekauft wird, sagt er, dann sei das „leider der Tod des Einzelhandels“.

Online aussuchen und ins Geschäft liefern lassen

Was er aber sehr begrüßt, ist die Möglichkeit, den Onlinehandel mit dem stationären Einzelhandel zu verbinden. Dazu schmiedet auch Sinn Pläne, die Modehandelskette, die im März die Geshäftsräume von Peek und Cloppenburg an der Bahnhofstraße übernimmt. Wie praktisch so etwas funktionieren kann, erlebte Kunde Martin Krug bereits bei C&A: Er suchte eine Artikel online aus, bestellte ihn und ließ ihn in die Unnaer Filiale schicken. „Man bekommt Bescheid, wenn die Sachen da sind. Was nicht passt oder doch nicht gefällt, kann man sofort da lassen“, berichtet Krug. „Ich bin davon überzeugt.“

Sinn bietet eine App als „verlängerte Ladentheke“ an. Kunden können darüber zum Beispiel digital ihre Kassenbons speichern. Sie sehen auf ihrem Smartphone, was sie im Laden bisher gekauft haben, und das erleichtert den Umtausch. Und wer im Geschäft etwas Schönes in der falschen Größe findet, kann den passenden Artikel künftig per App bestellen – und sich zum Beispiel nach Hause schicken lassen.

Chance für Berufstätige

Wenn etwas beim Anprobieren im Laden nicht passt, dann ist die Alternative auf dem herkömmlichen Weg mitunter aufwendig. Sie führt zwangsläufig in ein anderes Geschäft. Und wer seinem Händler treu bleiben möchte oder eben genau dieses eine Kleidungsstück möchte, der muss dann in der anderen Stadt suchen. Er müsse dann nach Dortmund oder Lünen fahren, erklärt Krug. „Und das geht bei mir berufsbedingt nur am Wochenende.“ Und ob die Sachen dann auch vorrätig sind, sei eine weitere Frage.

Ein alleiniger Garant für den Erfolg oder Misserfolg eines Händlers vor Ort ist diese Online-Verknüpfung allerdings wohl nicht, auch keine grundlegend neue Erfindung. Der Modehändler P&C, der das Feld in Unna räumen wird und Ende November schließt, bietet ebenfalls die Möglichkeit der Filialabholung an und lädt Kunden auch zur Nutzung einer App ein.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Platz am Morgentor

Die Architekten des Landes blicken auf den geplanten „Shared Space“ am Unnaer Morgentor

Meistgelesen